Nicht für die Schublade, sondern gelebte Zusammenarbeit: Vereinbarung der Stahlwerke Bremen
„Die Betriebsvereinbarung umfasst Maßnahmen bei Diskriminierung, Mobbing und sexueller Belästigung. Entwickelt wurde sie von einer extra eingerichteten Arbeitsgruppe“, erzählt Celal Ugurlu, Betriebsratsmitglied der Stahlwerke Bremen. Schon länger gibt es aktive Arbeitsgruppen und Aktivitäten für Chancengleichheit bei den Stahlwerken Bremen. So wurden zum Beispiel Auszubildende der Stahlwerke für ihre Aktivitäten mit dem Bremer Jugendpreis „Dem Hass keine Chance geben“ ausgezeichnet.
„Die Arbeitsgruppe zur Betriebsvereinbarung hat sich des Themas ,respektvolle Zusammenarbeit’ angenommen. Sie hat Gespräche mit anderen Betrieben geführt und verschiedene bestehende Betriebsvereinbarungen gesichtet, so zum Beispiel die vom DGB und der IG Metall aber auch aus anderen Betrieben wie zum Beispiel die von Volkswagen,“ erläutert Celal Ugurlu gegenüber AKTIV+GLEICHBERECHTIGT. „Die Arbeitsgruppe war paritätisch besetzt und wurde auch von Arbeitgeberseite sehr positiv begleitet. Wir wollten keine Betriebsvereinbarung für die Schublade – wir wollten eine Vereinbarung, die auch gelebt wird.“
Dementsprechend wurde in der Vereinbarung neben Maßnahmen bei Diskriminierung, sexueller Belästigung und Mobbing die Einrichtung eines ständigen Arbeitskreises festgelegt. Dieser soll die Betriebsvereinbarung bekannt machen und Maßnahmen zur Umsetzung entwickeln. Dies können zum Beispiel Publikationen, Informationsveranstaltungen, Aktionen aber auch Qualifizierungsmaßnahmen und Umfragen sein. Die Beteilung der Kolleginnen und Kollegen ist dabei ausdrücklich erwünscht: „Zu diesem Zweck erhält und berücksichtigt der Arbeitskreis Hinweise und Vorschläge der Belegschaftsmitglieder, Fachabteilungen sowie des Betriebsrates zu geeigneten bzw. aktuellen Themenschwerpunkten. Des Weiteren nutzt er Erfahrungen anderer vergleichbarer Unternehmen und pflegt externe Kontakte.“Der noch einzurichtende Arbeitskreis soll aus fünf ständigen Mitgliedern bestehen: vier Mitglieder der Stahlwerke Bremen (davon zwei Mitglieder des Betriebsrates) sowie ein Mitarbeiter der Sozialberatung, der beratende Funktion übernimmt. Einmal im Jahr berichtet der Arbeitskreis an den Vorstand. Damit die Betriebsvereinbarung mit Leben gefüllt wird, wurde auch die Umsetzung der Maßnahmen in der Vereinbarung konkretisiert: „Die vom Arbeitskreis vorgeschlagenen und vom Vorstand genehmigten Maßnahmen werden von den jeweiligen zuständigen Fachabteilungen umgesetzt“ heißt es in der Vereinbarung. Und weiter: „Die konkrete Ausgestaltung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen Arbeitskreis und zuständiger Fachabteilung.“
Die Betriebsvereinbarung im Wortlaut unter:
www.migration-online.de/good-practice-center
Kontakt: Stahlwerke Bremen GmbH
Betriebsratsmitglied Celal Ugurlu
Tel. 0421-64 842 10
