Verantwortung für eine gemeinsame Zukunft entwickeln: Auszubildende bei Thyssen Krupp Nirosta führen Studienfahrt nach Auschwitz durch
Die Jugendlichen haben ihre Eindrücke und Erfahrungen während der Studienfahrt in einem Online-Tagebuch veröffentlicht. „Die Bedeutung der Studienfahrt wird erst im Nachhinein deutlich“, erzählt Sebastian Schraven, Auszubildender bei ThyssenKrupp Nirosta in Krefeld. „Wir haben uns ja sehr intensiv mit dem Thema vorher beschäftigt, aber keinem von uns war dieses Ausmaß auch nur annähernd vorher bewusst.“
Für ihn persönlich sei die Fahrt ein sehr emotionales Erlebnis gewesen. „Was ich daraus mitgenommen habe, ist sicherlich, dass ich heute aufmerksamer bin, wenn es um Diskriminierung, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsradikalismus geht“, so Schraven. „Ich denke, darum sollte es auch gehen: Dass man einfach bewusster miteinander umgeht, dass man erkennt, wohin Hass führen kann.“ Neben der allgemeinen Geschichte des Lagers beschäftigten sich die Jugendlichen in der Gedenkstätte ebenfalls mit berufsspezifischen Aspekten. So wurde das Thema Zwangsarbeit und die Rolle von Krupp im Nationalsozialismus diskutiert.
Am vierten Tag der Studienfahrt fuhren die Teilnehmenden nach Krakau, besichtigten dort das Hüttenwerk Sendzimir und beschäftigten sich mit der Arbeitsrealität polnischer Stahlarbeiter. Sie trafen sich mit der Solidarnosc, um Fragen zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Gewerkschaften und der Mitbestimmung im Betrieb zu diskutieren.
Für ihre Studienfahrt und die Dokumentation wurden die Auszubildenden beim Wettbewerb des Kumpelvereins mit dem dritten Preis ausgezeichnet.
Schraven freut sich: „Es ist eine schöne Anerkennung für uns, die wir nicht nur viel Arbeit in das Online-Tagebuch und die Nachbetrachtung gesteckt haben, sondern auch – und das war immer eine Gradwanderung – ein Stück von uns selbst preisgegeben haben. Vor allem wenn es darum ging, zu schreiben, wie man sich hier und da gefühlt hat.“
Weitere Informationen:
www.gelbehand.de/studienfahrt
