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Lernen mit alltäglicher Arbeit verknüpfen: Das Projekt "Weiterbildung im Prozess der Arbeit"

10.04.2007

Am 21. März 2007 fand die Abschlusstagung des Projektes „Weiterbildung im Prozess der Arbeit für Fachkräfte der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg (WAP)“ statt. Ziel war es, an- und ungelernte Fachkräfte stärker in die betriebliche Weiterbildung zu integrieren. Hiervon profitieren auch und besonders Zugewanderte.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt April 2007" entnommen.

Jahrelang waren sie für einfache Tätigkeiten angeworben worden, ihre Beteiligung an Weiterbildungsmaßnahmen liegt immer noch unter dem Durchschnitt der Kollegen und Kolleginnen ohne Migrationshintergrund. Auf der anderen Seite steigen die Qualifikationsanforderungen für die Beschäftigten weiter an. Ganz praktisch am Beispiel des Elektrogeräteherstellers E.G.O.: Einen Backofen musste man früher mit den Händen zusammenbauen, viele Sprachanlässe gab es dabei nicht. Heute hat die Dokumentation in der Produktion enorm zugenommen. Von den Beschäftigten wird verlangt, dass sie Fertigungsunterlagen, Computerausdrucke, Schichtprotokolle u.v.m. lesen und solche Dokumente auch selbst erstellen können.

„Der Sprachaspekt war ein wichtiger Bestandteil unserer Maßnahmen“, so Projektleiter Erhard Pusch von der Agentur Q. Die „Agentur zur Förderung der beruflichen Weiterbildung in der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg“ ist eine gemeinsame Einrichtung der IG Metall und dem Arbeitgeberverband Südwestmetall.

Erfahrungen zeigen, dass Seminare eine Hürde für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund darstellen können. Weiterbildung sollte so direkt mit der täglichen Arbeit verknüpft werden. Auf Basis einer Bedarfsanalyse wurden die für die Weiterbildung relevanten betrieblichen Profile (z.B. Gruppenkoordinator, Anlagenführer, Qualitätsfachkraft) unter Beteiligung von Werkern in so genannten Experten-Workshops identifiziert und anschließend in betriebliche Weiterbildungsprofile überführt.

Gelernt wird selbstgesteuert an praktischen Arbeitsaufgaben- und Situationen im Arbeitsprozess. Dafür wurden Weiterbildungsprogramme entwickelt, die aus einem Set von Arbeits- und Lernprojekten bestehen. Ein Beispiel für ein solches Projekt ist die Optimierung der Schichtübergabe. Zu diesem Zweck mussten betriebliche Dokumente gesichtet, tatsächliche Schichtübergaben beobachtet und am Ende der betrieblichen Praxisgemeinschaft Vorschläge zur Verbesserung präsentiert werden.

Innerhalb der Weiterbildung haben die Teilnehmenden eine Vielzahl neuer Lösungen für betriebliche Aufgaben, Probleme oder Abläufe erarbeitet, die einen Nutzen für den Lerner, für die Kollegen oder den Betrieb haben. „Wir haben aus dem Projekt heraus Schulungsmaßnahmen – beispielsweise beim Profil des Gruppenführers – entwickelt, die nun wiederum Migranten im Betrieb ansprechen“, so Petra Feuer, Personalreferentin bei Balluff. Der Hersteller elektromechanischer Sensoren gehört zu einem der fünf Unternehmen der baden-württembergischen Metall- und Elektroindustrie, die am Projekt teilgenommen haben.

Kontakt:
AgenturQ
Erhard Pusch
Weimarstraße
48 70176 Stuttgart
Telefon 07 11/3 65 91 88-0
pusch@agenturq.de

Weitere Informationen zum Thema Qualifizierung:
www.pro-qualifizierung.de

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