Querschnittsthema: Migrationskonferenz der IG Metall
„Wir halten nichts von einer Integrationspolitik, die nur Chancengleichheit verspricht, aber keine realen Chancen im Alltag schafft.“ sagte der Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Peters, vor 270 Teilnehmenden. Von zentraler Bedeutung seien spezielle Fördermaßnahmen, Sprachangebote sowie der Aus- und Weiterbildung für Jugendliche und arbeitsuchende Migranten. Gleichzeitig appellierte er an die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen, Jugendlichen mit Migrationshintergrund berufliche Perspektiven zu eröffnen, statt sie aufgrund ihrer ethnischen Herkunft als Problemfälle zu betrachten. „Das Potenzial, das sie mitbringen, muss wahrgenommen und gefördert werden“, forderte Peters. Das Thema wird aber auch innerhalb der Gewerkschaft als eine Querschnittsaufgabe verstanden. Die Mitglieder des geschäftsführenden Bundesvorstandes berichteten von der Bedeutung des Themas in ihren jeweiligen Ressorts. Mehr als 10.000 eingewanderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in den Betrieben gewerkschaftlich aktiv, darunter mehr als 3.500 als Betriebsräte sowie rund 400 als Jugend- und Auszubildendenvertreter. Zudem sind in der IG Metall mehr als 230.000 Migrantinnen und Migranten aus über 140 Nationen organisiert.
Auf der Konferenz wurde zudem ein vom Bundesmigrationsausschuss der IG Metall erstelltes Papier verabschiedet, in dem u.a. eine gemeinsame europäische Migrations- und Asylpolitik, Qualifizierung von Lehrern und Lehrerinnen für einen kompetenten Umgang mit kultureller Differenz, eine Initiative zur Erhöhung der Beteiligung von Jugendlichen aus Zuwandererfamilien an der Ausbildung in den Berufen des öffentlichen Dienstes und ein unbeschränkter Zugang zur betrieblichen Ausbildung, unabhängig vom Aufenthaltsstatus gefordert wird.

