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Gewerkschaft und Rechtsextremismus: Konferenz der DGB Jugend

10.04.2007

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass rechtsextremes Denken auch im gesellschaftlichen Mainstream verankert sind. Gewerkschaften sind davon nicht ausgenommen. Die von der DGB Jugend im März dieses Jahres veranstaltete Konferenz sollte dazu dienen, Ursachen zu diskutieren und Handlungsoptionen gegen Rechts zu entwickeln.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt April 2007" entnommen.

Annelie Buntenbach stellte Aktivitäten und Beschlüsse des DGB zum Thema vor und betonte, dass Gewerkschaften auf diesem Handlungsfeld besonders engagiert seien. Guntram Schneider, DGB Bezirksvorsitzender in NRW, erläuterte Möglichkeiten und Problematiken gewerkschaftlicher Aktionen gegen Neonazi-Aufmärsche. In Arbeitsgruppen wurde die Nationalisierung der sozialen Frage von Rechts diskutiert und Gegenargumentationen entwickelt. Der DGB erarbeitet im Moment eine Broschüre, die gewerkschaftlichen Akteuren Handlungs- und Argumentationshilfen zu dieser Frage geben soll. Eine weitere AG, die u.a. vom Verein „Mach meinen Kumpel nicht an!“ moderiert wurde, diente dem Erfahrungsaustausch im Umgang mit rechtsextremen und diskriminierenden Phänomen in der Arbeitswelt. Der Vortrag „Der DGB und die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in den 50er und 60er-Jah­ren“ gab darüber hinaus interessante Anregungen für die Praxis heute.

„Die Teilnehmenden hatten nicht das Gefühl, dass es sich bloß um eine Alibi-Veranstaltung gehandelt hat“, betont Kai Venohr, der die Konferenz maßgeblich mit organisiert hatte. „Wir haben einige mögliche weiterführende Strategien entwickelt, sodass alle mit einem guten Gefühl nach Hause gefahren sind.“

Im Abschlussplenum konnten drei Forderungen der Teilnehmenden festgehalten werden:
- Es soll eine weitere Konferenz geben, an der viele gewerkschaftliche Initiativen und Aktive teilnehmen
- Das Thema Rechtsextremismus, Diskriminierung und Gleichbehandlung sollte nicht allein stehen, sondern als Querschnittsthema in allen Bildungsveranstaltungen seinen Platz finden.
- Es soll eine Internetpräsenz erstellt werden, die alle gewerkschaftlichen Initiativen und Projekte unter einem Dach versammelt.

Aktivitäten gegen Rechts und für Gleichbehandlung finden sich auch in der best-practice-Datenbank des Kumpelvereins unter:
www.gelbehand.de/praxisbeispiele