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Hans-Böckler-Stiftung fördert Kumpelverein: Projekt "GleichbeRECHTigt?!" geht an den Start

10.05.2007

Leiharbeit, Niedriglohnbereich, geringfügige Beschäftigung, Mini-Jobs, Teilzeitarbeit, Ein-Euro-Jobs – es gibt viele Formen so genannter prekarisierter Beschäftigung. Als prekär gelten Arbeitsverhältnisse dann, wenn ihnen im Vergleich zum „Normaljob“ etwas Wichtiges fehlt:

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt Mai 2007" entnommen.

Ein Lohn, der die Existenz sichert, die soziale Absicherung, die üblichen Arbeitnehmerrechte oder die Möglichkeit zur Integration in soziale Netze der Arbeitswelt. Überproportional viele Migranten und Migrantinnen sind prekär beschäftigt.

Die Beziehungen zwischen Arbeitnehmenden unterschiedlicher Herkunft sind jedoch oftmals besser als in der Öffentlichkeit vorschnell behauptet wird. Es gibt viele gute Beispiele dafür, wie sich Gewerkschaften und Beschäftigte gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit für alle im Betrieb einsetzen. Das Betriebsverfassungsgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gibt ihnen dazu auch neue rechtliche Möglichkeiten.

Daher hat der Verein ein neues Projekt unter dem Titel „GleichbeRECHTigt?!“ initiiert, das von der Hans-Böckler-Stiftung unterstützt wird. Ziel ist es, das Engagement für Gleichberechtigung von Migrantinnen und Migranten in der Arbeitswelt zu unterstützen sowie die Bereitschaft zu fördern, aktiv für Minderheiten einzutreten. Jungen betrieblichen Akteuren werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die geeignet sind, unterschiedliche Formen der Ungleichbehandlung abzubauen und Strategien der kulturellen Vielfalt in die Praxis umzusetzen. Dabei wird besonders auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingegangen – daher die Schreibweise „GleichbeRECHTigt?!“.

Der Verein „Mach meinen Kumpel nicht an!“ erstellt auf der Basis von Interviews mit Experten und Expertinnen im Betriebsrat, in der JAV oder in den Gewerkschaften eine Fallstudie, die die Potenziale der Antidiskriminierungsarbeit und der Förderung von Chancengleichheit untersucht. Schwerpunkt bilden dabei die Felder, in denen prekarisierte Beschäftigungsverhältnisse dominieren.

Zur Verbreitung und Weiterentwicklung der gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis führt der Kumpelverein im zweiten Teil Seminare durch, die betriebliche Akteure für ungleiche Zugangschancen zum Arbeitsmarkt und Diskriminierungen in der Arbeitswelt sensibilisieren und ihr Wissen um entsprechende Handlungsoptionen erweitern. Die Veranstaltungen werden bundesweit in Unternehmen aus verschiedenen Bereichen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in Form einer für die Gleichberechtigungsarbeit nutzbaren Handreichung dokumentiert. Wer dieses Projekt unterstützen möchte, kann dies über eine Mitgliedschaft im Förderkreis des Kumpelvereins tun.: www.gelbehand.de/foerdermitgliedschaft

Kontakt:
Hans-Peter Killguss
Telefon 02 11/43 01-1 93
killguss@gelbehand.de
www.gelbehand.de/projekt_gleichberechtigt


Die Böckler-Stiftung engagiert sich schon seit längerem in diesem Bereich. Auf der Internetseite der Stiftung finden Sie Informationen zum Thema prekäre Arbeitsverhältnisse, Migration und Integration sowie zu Betriebsvereinbarungen und zum Betriebsverfassungsgesetz.

www.boeckler.de

Projekt GleichbeRECHTigt