START: Schülerstipendien für begabte und engagierte Zuwanderer
Die START-Stipendiaten erhalten monatlich 100 Euro Bildungsgeld, einen Laptop sowie eine umfangreiche ideelle Förderung. „Das reicht von regelmäßig stattfindenden themenspezifischen Bildungsseminaren über Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und die Vermittlung von Praktika bis hin zu persönlicher Beratung und Betreuung für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung“, berichtet Ulrich Schultze, der das Programm in Nordrhein-Westfalen koordiniert. „Die persönlichen Begegnungen sind uns besonders wichtig. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass hier Netzwerke entstehen, die auch über die Förderung hinaus Bestand haben.“ START wurde im Jahr 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Hessen ins Leben gerufen und konnte mittlerweile in 14 Bundesländern in Kooperation mit den jeweiligen Bildungsministerien und mithilfe weiterer Partner aufgebaut werden, wobei vielerorts Bürgerstiftungen eine wesentliche Rolle spielen.
Aus NRW stammen 145 der insgesamt 460 Schülerinnen und Schüler verschiedenster Herkunft, die START auf ihrem Weg zum Abitur unterstützt. „Junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verfügen über erhebliche Potenziale. In der Öffentlichkeit wird dies jedoch noch längst nicht genügend gewürdigt.“ so Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen anlässlich der Verleihung der Aufnahmeurkunde als START-Stipendiaten. Ulrich Schultze betont: „Die Jugendlichen empfinden die Aufnahme in das Programm als Anerkennung ihrer Person, es ist für sie ein Zeichen, dass sie hier willkommen sind.“
„Im Rahmen unseres diesjährigen Jahrestreffens Anfang Mai in Wuppertal wurde der Film ,Yes I am’ über das Projekt Brothers Keepers gezeigt und mit Mitgliedern der Gruppe diskutiert.“ Brothers Keepers ist eine Initiative afro-deutscher Musiker, die nach der Ermordung von Alberto Adriano durch Rechtsradikale im Jahr 2000 gegründet wurde. „START ist unter dem Motto Wir geben der Integration ein Gesicht angetreten. Unsere Stipendiaten leisten nicht nur in der Schule Vorbildliches. Sie engagieren sich in vielfältiger Weise und wollen zu mehr Verständnis zwischen allen, die in Deutschland leben, beitragen. Trotzdem machen sie aber auch Erfahrungen mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus und sind manchmal zwischen den Kulturen hin und her gerissen. Wir wollten die Gelegenheit nutzen, sich über diese widersprüchliche Realität auszutauschen“, so Schultze.
Kontakt:
Ulrich Schultze
Landeskoordinator
START-NRW
RAA Wuppertal
Gathe 6
42107 Wuppertal
Telefon 02 02/5 63 27 98
www.start.ghst.de
