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Gemeinsam für Toleranz: NGG startet Initiative gegen Rechts

10.09.2008

Gemeinsam gegen Rechtsextremismus Farbe bekennen – dies ist das Ziel der Initiative, die die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) zusammen mit dem Arbeitgeberverband Nahrung und Genuss Ende Juni startete.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt September 2008" entnommen.

Grund zum Handeln war die Einschätzung, dass Rechtsextremismus und Fundamentalismus längst keine Randthemen mehr sind, sondern sich auch in der Mitte der Gesellschaft finden. Dies äußert sich durch die starke Verbreitung rechtsextremer Einstellungen in der Bevölkerung, durchWahlerfolge rechtsextremer Parteien und durch die zunehmenden Gewalttaten rechter Gruppierungen. Eine Einschätzung, die durch die aktuelle Statistik des Bundesinnenministeriums, die für das erste Halbjahr 2008 einen Zuwachs rechtsextremer Gewalttaten erfasst hat, bestätigt wird.

„Die Gewerkschaft NGG und die Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss stellen gemeinsam besorgt fest, dass in Deutschland Menschen zunehmend wegen Herkunft, Religion, Geschlechts oder sexueller Orientierung diskriminiert werden.

Solche Diskriminierungen sind kein Randproblem; sie sind weder jugendspezifisch noch regional auf Ostdeutschland begrenzt. In einer Migrationsgesellschaft wie der deutschen, in einer Gesellschaft, in der sich Werte schnell verändern, müssen die Menschen besonders tolerant miteinander umgehen. Rassistische Äußerungen und Gewalttaten, so genannte Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus haben hier keinen Platz, wie sie auch nirgendwo anders etwas zu suchen haben!“ so heißt es auf der Homepage der Initiative, www.gemeinsam-fuer-toleranz.de.

Nicht nur Gesellschaften, sondern auch Unternehmen werden internationaler. So arbeiten in den Betrieben der Nahrungsmittelbranche Menschen aus allen Ländern, unterschiedlicher Religionen, Frauen und Männer zusammen. Für eine solche Zusammenarbeit sind gegenseitiger Respekt und Toleranz notwendig.

Auch in den Unternehmen der Ernährungswirtschaft haben Rassismus, Sexismus und andere Formen der Diskriminierung nichts zu suchen. Dies wollen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband durch die Gründung von „Gemeinsam für Toleranz“ deutlich machen. „Dies ist das offene und gemeinsame Bekenntnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, dass Rechtsextremismus und Fundamentalismus in den Betrieben der Ernährungsindustrie keinen Platz haben. Kulturelle Vielfalt ist eine Stärke und keine Belastung“ so Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft NGG.

Die Initiative fordert alle DemokratInnen dazu auf, sich gegen jede Form von Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus wie gegen alle anderen Formen der Diskriminierung zu stellen. Politische Verantwortungsträger und alle BürgerInnen sollen „Gesicht zeigen“ für mehr Demokratie und Toleranz in Deutschland und Europa.

Über die Homepage werden Wege aufgezeigt, wie ein tolerantes Miteinander in der Arbeitswelt möglich wird. Personalbüros und Betriebsräte finden Unterstützung und Materialien, um vor Ort in den Betrieben ein Klima der Toleranz zu schaffen.

Auf der Seite finden sich ebenso Hintergrundinformationen zu rechtem Denken, rechten Codes und zu rechter Musik, wie beispielhafte Betriebsvereinbarungen und Aufrufe, mit denen ein gleichberechtigtes Miteinander praktisch im Betrieb verankert werden kann.

Kontakt:
www.gemeinsam-fuer-toleranz.de