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NGG-NRW will’s wissen: Erfolgreiche Kooperation mit dem Kumpelverein bei einer Fortbildung der hauptamtlichen GewerkschaftssekretärInnen zum Thema Rechtsextremismus

10.09.2009

„Wir müssen weiter dicke Bretter bohren“, so fasst Anja Weber, Gewerkschaftssekretärin der NGG-NRW zusammen, dass die Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und anderen „Ideologien der Ungleichwertigkeit“ eine langfristige Angelegenheit ist.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt September 2009" entnommen.

Welche Inhalte sich hinter dem Schlagwort „Rechtsextremismus“ verbergen, welche Anknüpfungspunkte für rechtspopulistische Argumentationen die gegenwärtige wirtschaftliche Situation bietet und wie man auf betrieblicher Ebene aktiv werden kann, war Thema der Tagesveranstaltung „Rechtsextremismus bekämpfen – Alternativen entwickeln“.

Wichtiges Ziel der inhaltlichen Auseinandersetzung ist die Erkenntnis, dass sich rechtsextreme Einstellungen wie autoritäres Denken, Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus, Wohlstandschauvinismus oder die Verherrlichung des Nationalsozialismus zum Teil bis weit in die Mitte der Gesellschaft (und leider auch der Gewerkschaften) verbreitet sind und sie daraus ihre Gefährlichkeit gewinnen. „Die fünf Prozent Neonazis, die sind nicht unser Problem. Unser Problem ist es, dass wir rassistische Sprüche immer wieder, von ganz normalen Leuten zu hören bekommen. Darum müssen wir uns kümmern“ fasst ein Teilnehmender die Situation zusammen.

Die momentane Situation auf dem Arbeitsmarkt mit der Ausweitung prekärer Beschäftigung, hoher Arbeitslosigkeit und drohendem Abbau von Arbeitsplätzen auf Grund der Wirtschaftskrise bietet Anknüpfungspunkte für die soziale Demagogie von rechtsextremen Gruppen. Konkurrenzverhältnisse zwischen Arbeitnehmenden werden massiv verschärft und viele Menschen haben Angst vor dem sozialen Abstieg. „Dies ist ein Grund, weshalb ausgrenzende und letztlich menschen- und demokratiefeindliche ‚Krisenlösungen’ Anklang finden können. Es besteht jedoch kein Automatismus zwischen Krise und rechtsextremen Deutungen. Die Herausforderung, vor der wir als GewerkschafterInnen stehen ist, dass wir solidarische Auswege aus der Krise entwickeln und durchsetzen müssen. Dies sind Politikentwürfe, die nicht auf Spaltungen, Ausgrenzung und Konkurrenz zwischen Gruppen basieren, sondern auf solidarischem Handeln, das alle einbezieht: Arbeitnehmende und Arbeitslose, ausländische und deutsche KollegInnen, Männer und Frauen“ erläutert Heike Mauer, Referentin des Kumpelvereins.

Als ausgezeichneter Ausgangspunkt, ganz konkret und vor Ort im Betrieb aktiv zu werden, wurde die Initiative „Gemeinsam für Toleranz“ von NGG, ANG und DEHOGA vorgestellt. In diese Richtung aktiv geworden ist bereits die NGG Region Aachen, in der demnächst in einem ersten Betrieb eine Vereinbarung für Toleranz und gute Zusammenarbeit aller Kolleginnen und Kollegen zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber abgeschlossen werden kann.

Kontakt:
www.ngg-nrw.de