Rechtsextreme Werbung im Internet: Google-Anzeigen wirbt für NPD
Dies geschah auch auf Grund des massiven Drucks von GewerkschafterInnen: Sie machten öffentlich, dass sie während des Bestands der Partnerschaft keine Bücher über den größten Online-Buchhändler bestellen würden. Das Unternehmen hatte die umstrittene Werbepartnerschaft, die für die NPD eine Provision für auf ihren Seiten über Amazon verkauften, rechtsextremen Propagandaschriften vorsah, nach ihrem Bekanntwerden zunächst als ganz normale Geschäftspartnerschaft verteidigt.
Google, dem weltweiten Marktführer für Online-Suchdienste, scheinen diese Tatsachen allerdings nicht bekannt zu sein. Goolge platziert derzeit Werbeanzeigen für einen „NPD-Wochenbrief“ – und sieht in diesem Vorgang kein Problem. Über die Google-Anzeigen ist die Propaganda für die NPD auch von google-fremden Seiten abrufbar. Durch eine besondere Werbestrategie sogar gerade auf Internetseiten, die sich kritisch mit Rechtsextremismus auseinandersetzen. Anzeigen erscheinen den Artikeln thematisch zugeordnet und so ist auf den Internetseiten der Tageszeitung „Die Welt“ die NPD-Anzeige mitten in einem Artikel platziert, der sich mit dem parteipolitisch-organisierten Rechtsextremismus in Hamburg auseinander setzt. Google verteidigt seine Anzeigenpraxis damit, dass weder Anzeigentext noch der mit ihm verknüpfte Link zu Gewalt aufriefen und damit nicht gegen die internen Werberichtlinien verstoßen.
Die Erfahrung mit der Geschäftspartnerschaft zwischen Amazon und NPD zeigt, dass es möglich ist, durch öffentlichen Druck, auch Internetfirmen ihre Unterstützung für rechtsextreme Parteien aufgeben und eine Änderung ihrer Geschäftspraxis herbeiführen.
