Startseite
 

Diskriminierung in der EU. Ergebnisse einer Umfrage der Europäischen Agentur für Grundrechte

31.01.2010


Die Europäische Agentur für Grundrechte (FRA) veröffentlichte am 9. Dezember 2009 die Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 23.000 Menschen in 27 Mitgliedstaaten, die ethnischen Minderheiten und Migrantengruppen angehören.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt Januar 2010" entnommen.


Gegenstand der Umfrage waren die alltäglichen Diskriminierungserfahrungen der Befragten, sei es nun in der Schule, beim Arzt oder bei der Arbeitssuche. Die Umfrage umfasst jedoch drei weitere Themenfelder: Die Viktimisierungserfahrungen der Befragten, die Überwachungsmechanismen denen sie unterliegen und das Wissen der Befragten um ihre Rechte.

Der Bericht, mit dem Titel „EU-MIDIS European Union Minorities and Discrimination Survey“ stellt heraus, dass ethnische Diskriminierung das Hauptproblem vieler Minderheiten in der Europäischen Union ist. Als besonders problematisch stellt sich hierbei das Finden und Ausüben einer Beschäftigung heraus, wo Minderheiten den vollen Umfang diskriminierender Behandlung zu spüren bekommen. Besonders betroffen sind hierbei Roma und aus Afrika stammende Minderheiten.

Erschreckend ist auch das fehlende Wissen der Befragten über ihre eigenen Rechte. Die wenigsten sind sich dessen bewusst, dass es verschiedene Anlaufstellen gibt, um Diskriminierung entweder anzuprangern oder anzuzeigen.

Entgegen der sehr einfachen, jedoch weit verbreiteten Konstruktion von Minderheiten als kriminelle Gefahr, sind diese stigmatisierten Gruppen häufig selbst Opfer von Kriminalität, besonders von rassistisch motivierten Übergriffen und Straftaten. Die Bereitschaft, diese Übergriffe und Straftaten auch zur Anzeige zu bringen, tendiert unter einigen Gruppen von Minderheiten gegen Null, was auf mangelndes Vertrauen dem Polizeiapparat gegenüber schließen lässt. Dieser Mangel an Vertrauen zwischen einigen Minderheiten und Polizeikräften lässt sich mit teils unverhältnismäßig häufigen Kontrollen und Überwachungen, bis hin zur Schikane, seitens der Polizei erklären.

Der gesamten MIDIS-Bericht zum herunterladen:

EU-Midis-Bericht 2009