Arbeitsstelle Rechtsextremismus statt Neonazi Museum: Haus der Demokratie in Wolfburg
„Statt ein braunes Haus bekommen wir jetzt ein Haus der Demokratie.“ Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Wolfsburg, Frank Patta, ist hochzufrieden. Anfang Februar 2010 hatte die Stadt Wolfsburg entschieden, das Gebäude des insolventen „Möbelhaus Alsdorff“ von der stadteigenen „Wolfsburger Struktur- und Beteiligungsgesellschaft“ (WBS) kaufen zu lassen. Damit sind Pläne von Neonazis, in dem Gebäude ein so genanntes KdF-Museum einzurichten, ndgültig gescheitert.
Im Jahr 2009 hatte die Besitzerin des
Möbelhauses, Rosemarie Alsdorff, mehrere
Monate lang mit dem inzwischen
verstorbenen NPD-Funktionär Jürgen
Rieger über einen Verkauf des Gebäudes
verhandelt. Der wollte ein so genanntes
KdF-Museum einrichten, um die Freizeitorganisation
der Nazis „Kraft durch
Freude“ zu verherrlichen. Angeblich soll
ein Preis weit oberhalb des Verkehrswerts
geboten worden sein.
Als die Pläne bekannt wurden, wurde der
„Wolfsburger Schulterschluss der Demokraten“
aktiv. Frank Patta: „Die Mahnwachen, Demonstrationen
und anderen Aktionen
haben klar gemacht, dass in Wolfsburg kein
Platz für Neonazis und braune Geschichtsfälschung
ist.“ Entscheidend für den Erfolg war – so Patta – die Geschlossenheit. Parteien,
Kirchen, Gewerkschaften, aber auch
VW und der Bundesligist VfL Wolfsburg
waren sich in diesem Punkt einig.
Die Verhandlungen über den Verkaufspreis haben sich schwierig gestaltet, meinte Oberbürgermeister Rolf Schnellecke (CDU). Er lag bei etwas über einer Millionen Euro – deutlich weniger als die Inhaberin vorher gefordert hatte. Schnellecke: „Mit diesem letzten wichtigen Schritt ist das Kapitel Rechtsextremismus in Wolfsburg abgeschlossen.“ Nach dem derzeitigen Stand soll in das Gebäude das Sozialkaufhaus Lichtblick und eine Niederlassung der „Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt“ einziehen – ein Haus der Demokratie. Frank Patta: „Eine bessere Symbolik kann ich mir kaum vorstellen.“
