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Jugendfeuerwehren struktur-fit für Demokratie: Damit rechts nichts anbrennt

20.02.2010


„Im Oktober 2008 startete das Modellprojekt der Deutschen Jugendfeuerwehr „Jugendfeuerwehren strukturfit für Demokratie" im Rahmen des Bundesprogramms „Kompetent für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“. Gearbeitet wird bis Ende 2010 daran, Strukturen zu entwickeln und zu verankern, die es erlauben, gegen rechtsextremistische Provokationen und undemokratisches Gedankengut vorzugehen und gleichzeitig präventiv zu arbeiten.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt Februar 2010" entnommen.

Erprobt wird dies in sechs Bundesländern, nämlich Brandenburg, Hessen, Mecklenburg- Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Insgesamt gibt es in Deutschland 17.000 Jugendfeuerwehren mit rund 240.000 Mitgliedern.

Martina Müller, Bundesjugendreferentin, verweist darauf, dass die rechtsextreme Szene gerade in vielen ländlichen Regionen einen großen Zulauf erhält. Dort sind Jugendfeuerwehren eine der wenigen, bisweilen sogar die einzige Anlaufstelle für Freizeitgestaltung von Jugendlichen. Daraus erwächst einerseits die Verantwortung, den Jungen und Mädchen attraktive Angebote zu machen, andererseits sollen die Jugendfeuerwehren vor Ort auf Versuche von Rechten vorbereitet werden, in die Strukturen der Jugendfeuerwehren einzudringen. Entsprechende Versuche – so Müller – habe es in der Vergangenheit durchaus gegeben. So hat die NPD z.B. in Mecklenburg-Vorpommern ihre Anhänger aufgerufen, in den Feuerwehren aktiv zu werden.

Die Arbeit beruht auf zwei Säulen. Eine ist die Entwicklung von Wissen und Handlungskompetenzen gegen Rechtsextremismus. Dies wurde in die Ausbildung für die Jugendleiter/innencard (JuLeiCa) integriert und ist fester Bestandteil. Ein dafür entwickeltes Handbuch, das in der Praxis bereits erprobt wurde, ist derzeit im Druck. Die Inhalte reichen von der Entschlüsselung des rechten Dress-Codes bis zu Argumentationshilfen gegen Rechts.

Die zweite Säule ist der Aufbau eines Kommunikationssystems auf Landesebene, die Installierung von „Klingelknöpfen“. Um bei rechtsextremistisch motivierten Vorfällen schnell und effektiv reagieren zu können, wurden in den Bundesländern Arbeitsgruppen eingerichtet und ausgebildet, die bei Bedarf Beratung und Hilfe bieten oder an andere Expertinnen und Experten weiter vermitteln.

Derzeit wird daran gearbeitet, wie Meldungen beispielsweise auch über die Websites erfolgen können. Dazu werden auch Meldeformulare erarbeitet.

Weitere Informationen:
Deutsche Jugendfeuerwehr
Reinhardtstr. 25
10117 Berlin
Tel.: 030/ 288 88 488-0
Internet: www.demokratie.jugendfeuerwehr.de