Jugendfeuerwehren struktur-fit für Demokratie: Damit rechts nichts anbrennt
„Im Oktober 2008 startete das Modellprojekt der Deutschen Jugendfeuerwehr „Jugendfeuerwehren strukturfit für Demokratie" im Rahmen des Bundesprogramms „Kompetent für Demokratie - Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“. Gearbeitet wird bis Ende 2010 daran, Strukturen zu entwickeln und zu verankern, die es erlauben, gegen rechtsextremistische Provokationen und undemokratisches Gedankengut vorzugehen und gleichzeitig präventiv zu arbeiten.
Erprobt wird dies in sechs Bundesländern, nämlich Brandenburg, Hessen, Mecklenburg- Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Insgesamt gibt es in Deutschland 17.000 Jugendfeuerwehren mit rund 240.000 Mitgliedern.
Martina Müller, Bundesjugendreferentin,
verweist darauf, dass die
rechtsextreme Szene gerade in
vielen ländlichen Regionen einen
großen Zulauf erhält. Dort sind Jugendfeuerwehren
eine der wenigen,
bisweilen sogar die einzige
Anlaufstelle für Freizeitgestaltung
von Jugendlichen. Daraus erwächst
einerseits die Verantwortung,
den Jungen und Mädchen
attraktive Angebote zu machen,
andererseits sollen die Jugendfeuerwehren
vor Ort auf Versuche von
Rechten vorbereitet werden, in die
Strukturen der Jugendfeuerwehren
einzudringen. Entsprechende Versuche
– so Müller – habe es in der Vergangenheit
durchaus gegeben. So hat die
NPD z.B. in Mecklenburg-Vorpommern
ihre Anhänger aufgerufen, in den
Feuerwehren aktiv zu werden.
Die Arbeit beruht auf zwei Säulen. Eine
ist die Entwicklung von Wissen und
Handlungskompetenzen gegen
Rechtsextremismus. Dies wurde in die
Ausbildung für die Jugendleiter/innencard
(JuLeiCa) integriert und ist fester
Bestandteil. Ein dafür entwickeltes
Handbuch, das in der Praxis bereits
erprobt wurde, ist derzeit im Druck. Die
Inhalte reichen von der Entschlüsselung
des rechten Dress-Codes
bis zu Argumentationshilfen gegen
Rechts.
Die zweite Säule ist der Aufbau
eines Kommunikationssystems auf
Landesebene, die Installierung von
„Klingelknöpfen“. Um bei rechtsextremistisch
motivierten Vorfällen
schnell und effektiv reagieren zu
können, wurden in den Bundesländern
Arbeitsgruppen eingerichtet
und ausgebildet, die bei Bedarf Beratung
und Hilfe bieten oder an andere
Expertinnen und Experten
weiter vermitteln.
Derzeit wird daran
gearbeitet, wie Meldungen beispielsweise
auch über die Websites
erfolgen können. Dazu werden auch
Meldeformulare erarbeitet.
Weitere Informationen:
Deutsche Jugendfeuerwehr
Reinhardtstr. 25
10117 Berlin
Tel.: 030/ 288 88 488-0
Internet: www.demokratie.jugendfeuerwehr.de
