Zurücklehnen funktioniert nicht: Kumpelverein zeichnete die Sieger im Wettbewerb "Die gelbe Hand" aus
Am 21. Mai 2010 wurden in der ver.di-Zentrale in Berlin die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs „Die gelbe Hand“ ausgezeichnet.
Der
vom Verein „Mach meinen Kumpel
nicht an! e. V.“ ausgeschriebene
Wettbewerb wurde zum fünften
Mal verliehen und richtet sich an Jugendliche an berufsbildenden Schu-
len oder in einer beruflichen Ausbildung, Ausbilderinnen und Ausbil-
der sowie Lehrkräfte von Berufsschulen. Prämiert werden Projekte,
die sich gegen Fremdenfeindlichkeit,
Rassismus und Rechtsextremismus
engagieren. Der diesjährige Wettbewerb stand unter der Schirmherr-
schaft des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann und des
ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende, Margret Mönig-Raane,
mahnte die Anwesenden in einer
kurzen Ansprache, in millionenfachen Situationen im Alltag gegen
Rassismus aufzutreten und beim
Kampf um die Köpfe der jungen
Menschen nicht nachzulassen,
damit sich rechtes Gedankengut
dort nicht festsetzt. Margret
Mönig-Raane: „Rassistische und
rechtsextreme Einstellungen widersprechen unseren gewerkschaftlichen Werten. Wir wollen
die Würde aller Menschen und die
demokratischen Rechte aktiv verteidigen. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen, Vereine und
Initiativen sind Bestandteil der demokratischen Gesellschaft. Sie leisten mit ihren Multiplikatorinnen
und Multiplikatoren einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung
der ganzen Gesellschaft. Sie tragen nach innen und außen eine
Verantwortung für die Bekämpfung von Rassismus, Intoleranz
und Antisemitismus.“
Auch der Vorsitzende des Vereins „Mach meinen Kumpel nicht an“, Giovanni Pollice, forderte dazu auf, gegen Rechts selbst aktiv zu werden. Sich zurücklehnen und zu glauben, die anderen würden es schon richten, funktioniere nicht. Deshalb rief er dazu auf, sich im Kumpelverein, der Antirassismusorganisation aller Gewerkschaften, zu engagieren. Die Laudatio hielt in Vertretung von Uwe Schünemann Gabriele Erpenbeck vom niedersächsischen Innenministerium. Mit Blick auf die vielen eingereichten Beiträge sagte sie: „Die rund 40 Vorschläge zeigen erneut eindrucksvoll: Es gibt in unserer demokratischen Gesellschaft eine breite Basis dafür, die Lebenswelt aller Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verbessern. Das ist ein gutes Zeichen für Integration und Mitmenschlichkeit. Niemand darf bei uns ausgegrenzt werden, der seine Heimat in Deutschland gefunden hat.“ Sie sprach die Hoffnung aus, dass künftig auch andere Bundesländer Sonderpreise im Rahmen des Wettbewerbs ausloben.
