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Zurücklehnen funktioniert nicht: Kumpelverein zeichnete die Sieger im Wettbewerb "Die gelbe Hand" aus

27.06.2010


Am 21. Mai 2010 wurden in der ver.di-Zentrale in Berlin die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs „Die gelbe Hand“ ausgezeichnet.


Der vom Verein „Mach meinen Kumpel nicht an! e. V.“ ausgeschriebene Wettbewerb wurde zum fünften Mal verliehen und richtet sich an Jugendliche an berufsbildenden Schu- len oder in einer beruflichen Ausbildung, Ausbilderinnen und Ausbil- der sowie Lehrkräfte von Berufsschulen. Prämiert werden Projekte, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus engagieren. Der diesjährige Wettbewerb stand unter der Schirmherr- schaft des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann und des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske. Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende, Margret Mönig-Raane, mahnte die Anwesenden in einer kurzen Ansprache, in millionenfachen Situationen im Alltag gegen Rassismus aufzutreten und beim Kampf um die Köpfe der jungen Menschen nicht nachzulassen, damit sich rechtes Gedankengut dort nicht festsetzt. Margret Mönig-Raane: „Rassistische und rechtsextreme Einstellungen widersprechen unseren gewerkschaftlichen Werten. Wir wollen die Würde aller Menschen und die demokratischen Rechte aktiv verteidigen. Die zivilgesellschaftlichen Organisationen, Vereine und Initiativen sind Bestandteil der demokratischen Gesellschaft. Sie leisten mit ihren Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der ganzen Gesellschaft. Sie tragen nach innen und außen eine Verantwortung für die Bekämpfung von Rassismus, Intoleranz und Antisemitismus.“

Auch der Vorsitzende des Vereins „Mach meinen Kumpel nicht an“, Giovanni Pollice, forderte dazu auf, gegen Rechts selbst aktiv zu werden. Sich zurücklehnen und zu glauben, die anderen würden es schon richten, funktioniere nicht. Deshalb rief er dazu auf, sich im Kumpelverein, der Antirassismusorganisation aller Gewerkschaften, zu engagieren. Die Laudatio hielt in Vertretung von Uwe Schünemann Gabriele Erpenbeck vom niedersächsischen Innenministerium. Mit Blick auf die vielen eingereichten Beiträge sagte sie: „Die rund 40 Vorschläge zeigen erneut eindrucksvoll: Es gibt in unserer demokratischen Gesellschaft eine breite Basis dafür, die Lebenswelt aller Mitbürgerinnen und Mitbürger zu verbessern. Das ist ein gutes Zeichen für Integration und Mitmenschlichkeit. Niemand darf bei uns ausgegrenzt werden, der seine Heimat in Deutschland gefunden hat.“ Sie sprach die Hoffnung aus, dass künftig auch andere Bundesländer Sonderpreise im Rahmen des Wettbewerbs ausloben.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt Juni 2010" entnommen.