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Ahlen hat Flagge gezeigt: Protest gegen einen Auftritt Sarrazins bei der CDU

20.12.2011

Was immer die Mittelstandsvereinigung der CDU im westfälischen Ahlen dazu bewegt hat, Thilo Sarrazin zu einem Vortrag einzuladen, ist nicht bekannt. Wenn sie vermutet hatte, in der Provinz würde das nicht groß auffallen, hatte sie sich getäuscht. Deutliche Proteste gab es am 29. November vor der Halle, in der Sarrazin seine rassistischen Thesen abspulte.

Eingeladen zu den Protesten hatte die Initiative „Ahlen zeigt Flagge“. Der Sprecher der Initiative, Dietmar Zöller, der Geschäftsführer von PariSozial, einer Tochter des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, beklagte, dass über Jahrzehnte nichts für die Integration getan wurde. Die Folgen könne man nicht innerhalb weniger Jahre beseitigen. Ziel müsse es sein, Migrantinnen und Migranten stärker in das öffentliche Leben einzubinden.

Ein anderer Redner mahnte, dass es nicht genüge, sich an dem Protest zu beteiligen, vielmehr müssten alle dem alltäglichen Rassismus entgegenzutreten, der an vielen Stellen auch in der Mitte der Gesellschaft anzutreffen sei.

Serhat Ulusoy vom „Türkischen Schul- und Elternverein“ wandte sich gegen Pauschalurteile, ob sie nun Türken oder Deutschen gegenüber geäußert werden. Gleichzeitig rückte er den Stellenwert Sarrazins zurecht: „Wir wollen den Besuch nicht überbewerten, aber wir wollen auch nicht so tun, als wär nichts.“

Die Demonstranten hatten aus Pappkartons eine „Mauer der Vorurteile“ aufgebaut, die zum Ende der Veranstaltung demonstrativ eingerissen wurde.

Dieser Beitrag wurde der Publikation "Aktiv + Gleichberechtigt Dezember 2011/ Januar 2012" entnommen.