Sieben Ausstellungstafeln informieren über die Entwicklung gewerkschaftlicher Gegenstrategien. Dabei wird einmal mehr deutlich: Gewerkschaften sind auf vielfältige Weise gegen Rechtsextremismus aktiv. Viele zivilgesellschaftliche Bündnisse werden maßgeblich von ihnen getragen. In Betrieben und Verwaltungen engagieren sich GewerkschafterInnen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Denn gewerkschaftliche und rechtsextreme Zielvorstellungen und Gesellschaftsentwürfe sind unvereinbar.
Der Ausgangspunkt der Ausstellung – das Ende des zweiten Weltkrieges – hätte allerdings schwieriger kaum sein können: Während des Nationalsozialismus wurden GewerkschafterInnen verfolgt und ermordet. Die antifaschistische Gegenwehr war bereits zu Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft, am 2. Mai 1933 zerschlagen worden. Auch deshalb wird die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus in Gewerkschaften wach gehalten. Zugleich wurden aus diesen Erfahrungen immer auch gewerkschaftliche Stellungnahmen zu gegenwärtigen politischen Themen entwickelt: In den 50er Jahren war dies beispielsweise die Ablehnung derWiederbewaffnung; in den 60er Jahren die gewerkschaftliche Gegnerschaft zu den Notstandsgesetzten. Aus der Erfahrung des Faschismus, so wird durch die Ausstellung deutlich, sind auch die vielfältigen Stellungnahmen gegen Krieg und Militarismus entstanden.
Gleichzeitig beleuchtet das Ausstellungsprojekt auch einen weiteren Strang gewerkschaftlicher Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus: der Kampf gegen rechtsextreme Parteien und deren menschenverachtenden und gewerkschaftsfeindlichen Positionen. Seit der Gründung und ersten Erstarkung der NPD in den 60er Jahren haben GewerkschafterInnen deren Verbot gefordert. Ihre Aktualität hat diese Forderung noch heute nicht In der Gegenwart ist eine Auseinandersetzung mit der zunehmenden sozialen Demagogie von Neonazis nötiger denn je.
Die insgesamt sieben Ausstellungstafeln können kostenlos bei ver.di-Berlin- Brandenburg ausgeliehen werden. Durch ihre handliche Größe können sie auch kleinflächig (Flur des Betriebsrates; Cafeteria; Kantine; Eingangsbereich) in Betrieben und Verwaltungen ausgestellt werden.
Kontakt:
Andreas Köhn
Andreas.koehn@verdi.de