Stellung beziehen

17.01.2006

Das Projekt "ZC Zivilcourage - Nicht wegschauen/gegen Fremdenfeindlichkeit, Anonymität und Gewalt" am Berufskolleg Wesel

Eine Schulklasse des Berufskollegs Wesel führt derzeit das Projekt "ZC Zivilcourage - Nicht wegschauen/gegen Fremdenfeindlichkeit, Anonymität und Gewalt" durch. ZC ist eine Kampagne, die sich mit unterschiedlichsten öffentlichkeitswirksamen Mitteln dafür einsetzt, rassistische Äußerungen und gewalttätige Übergriffe zu verhindern. Dabei nutzt das Projekt intensiv das Internet: Eines der wichtigsten Werbemittel, mit denen ZC sich für sein Anliegen stark macht, ist eine Website. Dort ist auch eine PowerPoint-Präsentation eingestellt, die jederzeit heruntergeladen und für eigene Aktivitäten verwendet werden kann.

Zeig' dein Gesicht!" Auffordernd präsentieren die Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Wesel in der PowerPoint-Präsentation ihr Projekt. Es soll zum Eingreifen gegen rassistische Äußerungen und gewalttätige Übergriffe motivieren. Motto ist ein leicht abgewandeltes Zitat von Bertolt Brecht: "Wer aktiv ist, kann verlieren. Wer nicht aktiv ist, hat schon verloren." Entsprechend lautet die Analyse von ZC: "In vielen Alltagssituationen verhalten sich Menschen zu passiv. Sie schauen weg und sind nicht bereit, Stellung zu beziehen." Das erleichtert gewalttätige Übergriffe gegen Fremde - niemand hindert die Täter an der Tat. Nicht selten blockiert schlicht und einfach Unkenntnis das Eingreifen der Mitmenschen: "Oft fehlen Informationen, wie sie sich verhalten sollen." Dagegen wendet sich ZC: "Diese Entwicklung muss gestoppt werden."

ZC versucht genau das - und geht dabei sehr systematisch vor. Das Projekt hat Materialien erstellt, die Schritt für Schritt zum Handeln anleiten können. "Was kann ich tun bei rassistischen Äußerungen und gewalttätigen Übergriffen anderer?" fragt ZC auf einem Faltblatt und gibt gut durchdachte Antworten. "Zeigen sie aktiv, dass sie fremdenfeindliche Sprüche nicht billigen", empfiehlt Kampagne: "Mischen sie sich ein, dadurch machen sie die Situation öffentlich." Und natürlich: "Holen sie Hilfe!" Gewarnt wird vor schädlichem Übereifer: "Bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr".

Die Materialien verteilt ZC systematisch in der Stadt. "Begonnen haben wir mit einer Info-Veranstaltung", berichtet Winfried Rüth, der das Projekt initiiert hat: "Wir sind an Geschäfte, Arztpraxen usw. herangetreten, viele haben unsere Plakate aufgehängt". Auch einen Aufkleber hat ZC erstellt. Er soll "in Cafés, Schulen, Bussen, Betrieben, Geschäften, Praxen und Vereinen nicht nur Ihnen, sondern auch vorübergehenden Menschen Mut machen zu handeln", heißt es erklärend in den Projektmaterialien. "Zeigen Sie anderen Ihre Position!", fordert ZC: "Zeigen Sie den Aufkleber ZC!"

In hohem Maße nutzt das Projekt aus Wesel das Internet. Eine Website informiert über das Anliegen, Materialien können dort heruntergeladen werden, insbesondere eine PowerPoint-Präsentation, die im Berufskolleg Wesel am Tag der Offenen Tür als Endlosband zu sehen ist. Der Internet-Auftritt trägt stark zur Verbreitung von ZC bei. Initiator Rüth erzählt, er habe die Idee zu dem Projekt bei einem Besuch in Aachen erhalten, wo er eine ähnliche Initiative kennenlernte. Eine Fahrt nach Wesel ist nicht nötig, um ZC kennenzulernen: Es reicht der Gang an einen PC mit Internetanschluss. Und das scheint Erfolg zu bringen. "Es gibt eine ganze Menge Reaktionen auf ZC von anderen Schulen", berichtet Winfried Rüth. Der problemlose Zugang über das Internet trägt maßgeblich zur Verbreitung von ZC bei.

Den Beitrag zum Download finden Sie hier:
ZC Präsentation
ZC Plakat
ZC Flyer
ZC Aufkleber
ZC Button

Zur Homepage des projektes gelangen Sie hier