Tipps
17 Tipps, unabhängig von den einzelnen Beispielen:
1. BEREITE DICH VOR
Spiele Situationen für dich allein oder im Gespräch mit Anderen durch. Werde dir grundsätzlich darüber klar, zu welchem persönlichen Risiko du bereit bist. Es ist besser, sofort die Polizei zu alarmieren und Hilfe zu holen, als sich nicht für oder gegen ein Eingreifen entscheiden zu können oder gar nichts zu tun.
2. MACH DIR KLAR, WIE DU AUF ANDERE WIRKST
In Gewalt- und Bedrohungssituationen hast du wenig Zeit zu Erklärungen. Mach dir klar, wie du von möglichen Angreifern wahrgenommen wirst. Dabei spielen Alter, Geschlecht, Statur, aber auch Frisur oder Kleidungsstil eine Rolle. Du triffst ja im Kopf auch schnell eine Wertung, wenn jemand Bomberjacke und Springerstiefel trägt.
3. WERDE AKTIV
Wichtig ist es, sich nicht lähmen zu lassen. Eine Kleinigkeit zu tun ist besser, als über große Heldentaten nachzudenken. Wirst du Zeugin oder Zeuge von Gewalt: Zeige, dass du bereit bist, entsprechend deinen Möglichkeiten einzugreifen. Ein einziger Schritt, ein kurzes Ansprechen verändert die Situation und kann andere dazu anregen, ihrerseits einzugreifen.
4. BLEIBE RUHIG
Hektik und hastige Bewegungen können reflexartige Reaktionen herausfordern. Versuche Ruhe und Unaufgeregtheit auszustrahlen. Das wirkt meistens auf alle Beteiligten deeskalierend.
5. VERLASSE DIE DIR ZUGEWIESENE OPFERROLLE
Wenn du angegriffen wirst: Verhalte dich nicht unterwürfig, zeige deutlich, was du willst, ergreife die Initiative, um die Situation in deinem Sinne zu verändern.
6. KONTAKT ZU DER/DEN ANGREIFENDEN PERSON/EN
Stelle Blickkontakt her und versuche, Kommunikation herzustellen bzw. aufrechtzuerhalten.
7. REDE UND HÖRE ZU
Um Kommunikation zu sichern, beschreibe unaufgeregt, was geschieht und was du davon hältst, sprich ruhig, laut und deutlich. Höre zu, was dein Gegenüber sagt. Aus den Antworten kannst du deine nächsten Schritte ableiten.
8. DROHE UND BELEIDIGE NICHT
Versuche nicht, die Angreifer einzuschüchtern, ihnen zu drohen oder Angst zu machen. Kritisiere ihr Verhalten, aber werte sie nicht persönlich ab. (Also: nicht „Du bist schlecht“, sondern „Das ist schlecht“)
9. TU ETWAS UNERWARTETES
Sei kreativ und tu etwas, das deine Gegenüber in dieser Situation nicht erwarten und nutze den Überraschungseffekt zu deinem Vorteil aus.
10. RESPEKTIERE DIE PRIVATZONE VON ANDEREN
Sich anderen Menschen auf weniger als Armeslänge zu nähern, bedarf in der Regel ihrer Zustimmung. Wenn du eine solche Nähe herstellst, musst du damit rechnen, dass jede/r - auch eventuelle Täter oder Täterin - das als unerwünschtes Eindringen in ihre private Zone verstehen. Deshalb gilt umso mehr:
11. VERMEIDE MÖGLICHST JEDEN KÖRPERKONTAKT
Vermeide es möglichst, den oder die angreifenden Personen anzufassen, es sei denn, ihr seid in der Überzahl, so dass ihr jemanden beruhigend festhalten könnt. Körperkontakt ist oft eine Grenzüberschreitung, die zu weiterer Aggression führt.
12. HILF, OHNE DICH SELBST IN GEFAHR ZU BRINGEN
Fast immer besteht die Möglichkeit zu helfen, auch ohne in die direkte Konfrontation zu gehen. Häufig reicht es, wenn Angreifer bemerken, dass sie beobachtet werden.
13. VERSUCHE, DAS BEDÜRFNIS DES OPFERS ZU ERFASSEN
In Gewalt- und Bedrohungssituationen zieht zunächst die attackierende Person die Hauptaufmerksamkeit auf sich. Wichtig ist es aber, das potenzielle Opfer zu unterstützen. Dies gelingt nur dann, wenn du dich diesem gegenüber eindeutig verhältst.
14. HOLE DIR HILFE
Je mehr Personen an einem Tatort versammelt sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hilft. Sprich einzelne Personen ganz gezielt an - keine anonyme Masse. Dritte sind eher bereit zu helfen, wenn sie persönlich angesprochen werden oder wenn jemand anderes den ersten Schritt macht. Fordere also ganz gezielt andere Menschen zur Mithilfe auf.
15. DENKE AN DEINEN PERSÖNLICHEN NOTRUF
Wenn du ein Handy mit dir trägst: Bei 110 wählt es automatisch die lokale Polizei an, du trägst also eine Notrufsäule mit dir herum.
16. KÜMMERE DICH UM OPFER
Für Opfer dauert es scheinbar eine Ewigkeit bis Polizei oder Rettungsdienst am Tatort sind. Auch wenn du dich in Erster Hilfe nicht sicher fühlst, kannst du helfen, zum Beispiel trösten und fragen, wie du das Opfer unterstützen kannst.
17. BEOBACHTE GENAU UND MERKE DIR DEN/DIE TÄTER
Eine gute Täterbeschreibung hilft enorm. Wichtig sind Alter, Aussehen, Kleidung und Fluchtrichtung. Lauf nicht weg, wenn du eine Straftat beobachtet hast - auch wenn viele andere das Gleiche gesehen haben. Melde dich bei der Polizei. Wenn du es eilig hast: Hinterlasse wenigstens deinen Namen und deine Telefonnummer.
