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Die Vorgeschichte des Projekts

Leiharbeit, Niedriglohnbereich, geringfügige Beschäftigung, Mini-Jobs, Teilzeitarbeit, Ein-Euro-Jobs – es gibt viele Formen so genannter prekarisierter Beschäftigung. Als prekär gelten Arbeitsverhältnisse dann, wenn ihnen im Vergleich zum „Normaljob“ etwas Wichtiges fehlt: Ein Lohn der die Existenz sichert, die soziale Absicherung, die üblichen Arbeitnehmerrechte oder die Möglichkeit zur Integration in soziale Netze der Arbeitswelt. In diesen Bereichen finden sich überproportional viele Migranten und Migrantinnen.

Dabei sind die Beziehungen zwischen Arbeitnehmenden unterschiedlicher Herkunft oftmals besser als in der Öffentlichkeit vorschnell behauptet wird. Es gibt viele gute Beispiele dafür, wie sich Gewerkschaften und Beschäftigte gegen Diskriminierung und für Chancengleichheit für alle im Betrieb einsetzen. Das Betriebsverfassungsgesetz und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gibt ihnen dazu auch neue rechtliche Möglichkeiten.

Daher hat der Kumpel-Verein ein neues Projekt unter dem Titel „GleichbeRECHTigt“ initiiert, das von der Hans-Böckler-Stiftung unterstützt wird. Ziel ist es, das Engagement für Gleichberechtigung von Migrantinnen und Migranten in der Arbeitswelt zu unterstützen sowie die Bereitschaft zu fördern, aktiv für Minderheiten einzutreten. Jungen Betrieblichen Akteuren werden Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die geeignet sind, unterschiedliche Formen der Ungleichbehandlung abzubauen und Strategien der kulturellen Vielfalt in die Praxis umzusetzen. Dabei wird besonders auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen eingegangen – daher die Schreibweise GleichbeRECHTigt.

Der Verein „Mach meinen Kumpel nicht an!“ erstellt auf der Basis von Interviews mit Experten und Expertinnen im Betriebsrat, in der JAV oder in den Gewerkschaften. eine Fallstudie, die die Potentiale der Antidiskriminierungsarbeit und der Förderung von Chancengleichheit, untersucht. Schwerpunkt bilden dabei die Felder, in denen prekarisierte Beschäftigungsverhältnisse dominieren.

Zur Verbreitung und Weiterentwicklung der gewonnen Erkenntnisse in der Praxis führt der Kumpelverein im zweiten Teil Seminare durch, die betriebliche Akteure für ungleiche Zugangschancen zum Arbeitsmarkt und Diskriminierungen in der Arbeitswelt sensibilisieren und ihr Wissen um entsprechende Handlungsoptionen erweitern. Die Veranstaltungen werden bundesweit in Unternehmen aus verschiedenen Bereichen durchgeführt. Die Ergebnisse werden in Form einer für die Gleichberechtigungsarbeit nutzbaren Handreichung dokumentiert.