Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten

Neues Kooperationsmodell der Gewerkschaften

Annelie Buntenbach, DGB (Foto: Simone M. Neumann)

21.12.2016

Wie kann die Integration von geflüchteten Menschen in den Arbeitsmarkt gelingen? Eine Frage, mit der sich auch die Gewerkschaften verstärkt seit über einem Jahr beschäftigen. Am 22.11. fand in Berlin die vom DGB und der Friedrich-Ebert-Stiftung organisierte Konferenz „Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen – Arbeitsmarktpolitik reformieren, Qualifikation vermitteln“ statt. Im Mittelpunkt stand die gleichnamige Studie von Prof. Mathias Knuth (Institut für Arbeit und Qualifikation), die er im Rahmen der Veranstaltung vorstellte. Die Ergebnisse waren ernüchternd: das bürokratische “Verwaltungs-Dickicht” scheint für Geflüchtete wie für Arbeitgeber undurchdringbar, das Qualifikationsniveau der Geflüchteten ist im Schnitt niedrig, und wenn, dann werden Abschlüsse teilweise nicht anerkannt. Einzelne Integrationsmaßnahmen seien gut gemeint, aber oft nicht passgenau. Bisher gleiche die Integration in den Arbeitsmarkt also eher einem recht grobmaschigen Flickenteppich.

Annelie Buntenbach, Mitglied im geschäftsführenden DGB-Bundesvorstand diskutierte anschließend mit Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium und Friedhelm Siepe, Geschäftsführer der Abteilung Integration bei der Bundesagentur für Arbeit, welche Strukturen und Maßnahmen dann nötig seien, um effektive Lösungen für die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zu finden.

Einen ganzheitlichen und gleichzeitig flexiblen Ansatz stellt das Ende Oktober gestartete Kooperationsmodell -  “Schritt für Schritt”- zwischen Arbeitgebern (BDA), dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), der Bundesagentur für Arbeit (BA), und dem DGB dar. Die mehrstufige Förderung richtet sich an Geflüchtete mit guter Bleibeperspektive und generell an Geringqualifizierte. Zentrale Merkmale der einzelnen Qualifizierungsphasen sind der systematische Erwerb der deutschen Sprache, eine praxisbezogene berufliche Orientierung und die zeitnah beginnende duale Berufsausbildung. Annelie Buntenbach, die auch stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates der BA ist, ist von der Nachhaltigkeit überzeugt: „Das Modell schließt eine Lücke sowohl für geflüchtete Menschen als auch für Geringqualifizierte. Besonders wichtig dabei ist der Aspekt der Anschlussfähigkeit. Das bedeutet, dass auf den ersten Bildungsmaßnahmen aufbauend weitere Qualifikationen erreicht werden können. Ziel ist am Ende ein qualifizierender Abschluss, um beruflich im Fachkräftebereich Fuß fassen zu können.“ Denn den Gewerkschaften geht es um Integration in gute Arbeit.

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