Gewerkschaften und Rechtsextremismus in Europa

Broschüre des Monats

20.06.2017

Das europaweite Erstarken von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus stellt in zunehmendem Maße auch eine Herausforderung für Gewerkschaften dar. Das Problem ist nicht neu: Schon in den 1990er Jahren zeigte sich ein Zusammenhang zwischen dem Erfolg rechtsextremer Parteien und einer Gewerkschaftszugehörigkeit. Der DGB richtete daraufhin eine Rechtsextremismus-Kommission ein, viel an Jugend- und Bildungsarbeit ist seither auf den Weg gebracht worden. Doch das Phänomen hat nichts an Aktualität verloren: In der letzten Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die im November 2016 unter dem Titel „Gespaltene Mitte – Feindselige Zustände“ ist, zeigt sich, dass in einigen Bereichen menschenfeindlichen Denkens die Zustimmung unter Gewerkscha0smitgliedern sogar höher ist als unter Menschen, die keiner Gewerkschaft angehören. Der Betrieb ist ein Spiegel der Gesellschaft.

Im vorliegenden Band hat der Politikwissenschaftler und Rechtsextremismus-Forscher Prof. Richard Stöss unter der Herausgeberschaft der Friedrich-Ebert-Stiftungen die Ursachen und Zusammenhänge zwischen der extremen Rechten und der Arbeitswelt analysiert. Die Veränderungen im Zuge der Globalisierung, der Wandel der industriellen Arbeitswelt, Neoliberalismus und zunehmende Prekarisierung werden unter anderem als Faktoren genannt, die ein Einfallstor für rechtes Gedankengut in der Arbeitswelt darstellen können. Stöss skizziert Ziele und Wirkung von Rechtsextremismus in Deutschland und Europa und gibt Anregungen für die gewerkscha0liche und betriebliche Praxis gegen die rechtsextremen Einflüsse. Betriebsvereinbarung zum partnerscha0lichen Verhalten, verstärkte Bildungsarbeit und die Förderung von interkulturellem Dialog sind einige der aufgeführten Handlungsinstrumente. Die Publikation versteht sich als Handreichung für die gewerkschaftspolitische Bildungsarbeit und damit als ein Beitrag für die dauerhafte Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus als Bedrohung für unsere demokratische Gesellschaft.

Die gesamte Studie zum Download gibt es unter: http://library.fes.de/pdf-files/dialog/13377-20170608.pdf

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