Startseite
 

Ausstellung in deutschen Bahnhöfen

2006

Träger

IG Metall Frankfurt

Thema

  • Antisemitismus

Hintergrund und Ziel

Den 9. November 2006, der Jahrestag der Pogromnacht von 1938, nahm die von der IG Metall mitgegründete Frankfurter Anti-Nazi-Koordination zum Anlass, vor der Zentrale der Deutschen Bahn im Frankfurter Gallusviertel, ein öffentliches Gedenken an tausende ermordete jüdische Kinder zu fordern.

Zielgruppe

  • Breite Öffentlichkeit

Art des Projekts

  • Projekt- und Gedenktage / Ausstellungen

Inhalt / Ablauf

Die Bahn erinnert mit dem zentralen Mahnmal ,Gleis 17’ am Bahnhof Grunewald in Berlin an die Deportationen jüdischer Bürger mit der Reichsbahn während des Nationalsozialismus.

Die Teilnehmenden an der Aktion der IG Metall verwiesen jedoch mit Transparenten und Flugblättern darauf, dass der Konzern sich weigere, eine Wanderausstellung der französischen Organisation „Les Fils et Filles des Juifs Déportés de France“ zu zeigen. Die Ausstellung, die in Frankreich bereits in 18 großen Bahnhöfen gezeigt wurde, erinnert an das Schicksal von 11.000 jüdischen Kindern aus Frankreich, die während der deutschen Besatzung über das Schienennetz der Reichsbahn in die Vernichtungslager deportiert wurden – mitten durch Deutschland.

„Der Zug mit den Kindern stand jeden Morgen mehr als 20 Minuten auf dem Frankfurter Südbahnhof. Das müssen sehr viele Menschen gesehen haben“, erzählt Katinka Poensgen, 2. Bevollmächtigte der IG Metall-Verwaltungsstelle Frankfurt und seit Jahren in der Anti-Nazi-Koordination aktiv. „Ich weiß nicht, ob ich damals den Mut gehabt hätte, den Mund aufzumachen. Umso wichtiger ist es, heute Verantwortung zu übernehmen.“ Denn gerade jetzt, wo der Einfluss der extremen Rechten zunimmt, könne diese Ausstellung ein wirksamer Beitrag dafür sein, dass es nie wieder zu solchen Verbrechen komme.

„Wir haben bereits Anfang des Jahres und im Sommer ähnliche Aktionen gehabt. Die Rückmeldungen der Fahrgäste waren sehr positiv“, berichtet Poensgen. Auch eine Veranstaltung hierzu war sehr gut besucht. Am 9. November hingegen waren die Reaktionen sehr viel zurückhaltender. Inzwischen haben sich Bahn und Verkehrsministerium geeinigt: Ab Januar 2008 soll eine Ausstellung, die Elemente der bereits in Frankreich gezeigten Schau beinhalten soll, in deutschen Bahnhöfen gezeigt werden. Initiativen wie die Anti-Nazi-Koordination, die sich dafür eingesetzt hatten, werteten die Wirkungen ihrer Aktivitäten als Erfolg.

11000 jüdische Kinder

Reichweite

  • lokal

Kontakt

IG Metall Frankfurt
Katinka Poensgen
Wilhelm-Leuschner-Straße 69–77
60329 Frankfurt am Main
Telefon 0 69/24 25 31-27
katinka.poensgen@igmetall.de