Editorial

von Marco Rafolt

Liebe Freundinnen und Freunde,

Anfang 2026 bin ich aus dem Sauerland nach Berlin gezogen. Nach 44 Jahren lerne ich das Leben in der Großstadt neu kennen und erkunde sie Schritt für Schritt. Seit über 20 Jahren begleite ich Menschen in die Gedenkstätte Auschwitz und vermittle die Geschichte der NS-Zeit. Mir war klar, dass ich auch in Berlin immer wieder auf Geschichte stoßen würde.

Beim Blick aus der Straßenbahn entdeckte ich, nur wenige hundert Meter von meiner Wohnung entfernt, das ehemalige jüdische Waisenhaus in Pankow. Ein Banner kündigte die Veranstaltung „Der vergessene Arbeiterwiderstand“ an – für mich als Gewerkschafter und Gedenkstättenreferent ein Pflichttermin.

Dabei wird mir zweierlei bewusst: Mein Wissen ist nur ein Bruchteil der Geschichte. Und wer von der Zivilgesellschaft Neutralität verlangt, schützt die Demokratie nicht – im Gegenteil. Die Geschichte liefert uns Vorbilder, wir müssen sie nur kennenlernen. Mehr zu dem „vergessen Arbeiterwiderstand“ in dieser Ausgabe.

Euer Marco für den gesamten Vorstand des Kumpelvereins
 

Porträt-Foto eines Mannes mit Brille

Marco Rafolt, Vorstandsmitglied des Kumpelvereins