Die Wähler*innen haben entschieden: Die Union gewinnt bei der Bundestagswahl mit 28,52 Prozent. Die AfD ist zweitstärkste Kraft mit 20,8 Prozent und verdoppelt damit ihren Stimmenanteil gegenüber der letzten Wahl. Sie zieht mit 152 Abgeordneten in den Bundestag ein. Eine Wahlbeteiligung von 82,5 Prozent, die höchste seit der Wiedervereinigung, hat das nicht verhindern können.
Was ist los in Deutschland? Die Forschungsgruppe Wahlen analysiert: In der Generation 60plus wählen 38 Prozent CDU/CSU und 23 Prozent SPD, bei den unter 30-Jährigen sind es gerade noch 13 bzw. elf Prozent. Mit einem spektakulären Plus stärkste Partei wird in dieser Gruppe mit 24 Prozent die Linke, die AfD schafft 21 Prozent, die Grünen kommen hier nur noch auf zwölf Prozent.
Bei der Bundestagswahl 2021 wählten noch 32,1 Prozent der Gewerkschafter*innen die SPD, 18,6 Prozent die CDU und 12,2 Prozent die AfD. Während die SPD also um 11,5 Prozentpunkte einbrach, konnten die CDU/CSU um 4,6 Prozent und die AfD um 9,6 Prozent zulegen. Die Grünen erhielten von den Gewerkschaftsmitgliedern demnach 10,7 Prozent, Die Linke 10 und das BSW 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Gesamtwahlergebnis zeigt sich, dass die SPD (plus 4,2 Prozent), die AfD (plus 1) und Die Linke (plus 1,2) unter Gewerkschaftsmitgliedern besser abschnitten.
Erschreckend, dass die AfD Stimmen aus der Bevölkerungsschicht erhält, die am wenigsten von dieser in Teilen faschistischen Partei hat. Argumente gegen die AfD scheinen nicht zu wirken. Die Gewerkschaften sind gut beraten, ihre politische Bildungsarbeit zu intensivieren.
