„Wir lassen uns nicht spalten!“

Gastkommentar von Anja Piel, Mitglied des Geschäftsführenden DGB-Bundesvorstandes

Aktuell vergeht keine Woche ohne Angriffe auf die Rechte der Beschäftigten. Egal, ob es um den Achtstundentag oder die gesetzliche Rente geht – unsere mühsam erkämpften Errungenschaften werden zur Disposition gestellt. Die Reformvorschläge lösen kein einziges Problem, sondern verstärken Verunsicherung und Sorgen bei Millionen von Beschäftigten. Und das ist ein Konjunkturprogramm für die extreme Rechte. Wo Menschen Angst vor dem Abstieg haben, wo sie sich allein und machtlos erleben, haben rechte Hetzer leichtes Spiel, mit Spalterei und Hass Gehör zu finden.

Umso wichtiger war es, am 1. Mai ein deutliches Signal gegen den Kahlschlag zu setzen – und das ist uns gelungen! An unseren 413 Kundgebungen haben sich mehr als 366.000 Menschen beteiligt und dabei zwei Dinge unmissverständlich klargestellt: Erstens, wir schauen nicht stumm und tatenlos zu, wenn die Axt an unseren Sozialstaat gelegt wird. Und zweitens, niemand von uns kämpft allein für sich – wir sind viele, und wir stehen fest zusammen für Solidarität, Sicherheit und Gerechtigkeit.

Genau mit dieser Überzeugung haben wir Mitte Mai auch unseren Ordentlichen Bundeskongress begangen. Ich bin mir sicher: Wir werden uns danach gestärkt, optimistisch und motiviert wieder an die Arbeit machen. Wir lassen uns nicht spalten! In diesem Sinne: Glück auf!

 

Porträt-Foto von einer Frau

Anja Piel, Foto: DGB/Joanna Kosowska