4074 Tage – Tatorte der NSU-Morde

Ausstellung der IG Metall in Sprockhövel vom 28. Januar bis 23. Mai 2019

22.02.2019

Im IG Metall-Bildungszentrum in Sprockhövel ist bis Mai 2019 die Foto-Ausstellung „4074 Tage – Tatorte der NSU-Morde“zu sehen, die in Kooperation mit dem Ressort Migration und Teilhabe der IG Metall sowie der Initiative Respekt! realisiert wurde. Mit der Ausstellung „4074 Tage“ macht die Fotografin und IG Metall-Kollegin Gabriele Reckhard die zehn Tatorte sichtbar, an denen rechtsradikale Täter des sogenannten „Nationalsozialistischen Untergrunds"(NSU) zehn Menschen ermordet haben. Sie alle wurden an ihrem Arbeitsplatz hingerichtet. Mit ihrer Kamera hat Gabriele Reckhard genauer hingesehen – auf das, was für die Familien jahrelang die einzige Gewissheit war: die Orte, an denen ihre Angehörigen ermordet wurden.

Die Eröffnung fand am 28. Januar vor rund 100 Kolleginnen und Kollegen mit einer Vernissage statt. Eingeladen als Gastredner war Dr. Mehmet Daimagüler, Anwalt zweier betroffener Familien und damit einer der Vertreter der Nebenklage beim Münchener NSU-Prozess. Wie wichtig Hinsehen und Handeln ist, machte die Gastrede von Mehmet Daimagüler deutlich. Pointiert berichtete der Anwalt über die Hintergründe, politische Untiefen und fatale Verstrickungen, die im Zuge von insgesamt 438 Prozesstagen beim sogenannten NSU-Prozess immer deutlicher wurden (ebenso nachzulesen in einem Interview mit der Gelben Hand). In seiner Rede appellierte er an alle, sich aktiv für die Demokratie einzubringen: „Eines habe ich gelernt: Unsere demokratischen Werte und Regeln sind leider verdammt verletzlich – und abhängig von der Einsatzbereitschaft vieler einzelner Menschen zugleich!“

Für Petra Wlecklik, Leiterin des Ressorts Migration und Teilhabe beim Vorstand der IG Metall, leistet die Ausstellung einen wichtigen Beitrag: „Diese Ausstellung ist notwendig und geht uns alle an! Aufarbeitung, Gedenken und klare Positionen, auch zu den Vorfällen in der Polizeiwache Frankfurt (Stichwort NSU 2.0), gehören dazu. Wer Spannungen in der Einwanderungsgesellschaft verstehen will, sollte sich die Geschichten der betroffenen Menschen und Familien anhören und sie ins Herz lassen.“ In diesem Sinne will die Ausstellung „4074 Tage“ hinsehen, zuhören und im Bildungszentrum den interkulturellen Dialog zwischen Kolleginnen und Kollegen anregen: jenseits von Nationalismen, Hate-Speeches (nicht nur im Netz) oder bloßen Sonntagsreden.

Mehr Infos zur Ausstellung und Bilder zur Eröffnung findet ihr unter: https://www.igmetall-sprockhoevel.de/aktuelles/news-chronologisch/vernissage-4074-tage.html 

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