Bollwerk gegen Rechts

20. Ordentliche DGB-Bundesjugendkonferenz in Berlin vom 10. bis 12. November

Giovanni Pollice, Vorsitzender der Gelben Hand, Manuela Conte, DGB-Bundesjugendsekretärin

23.11.2017

"Still loving solidarity" war das Motto der DGB-Bundesjugendkonferenz, bei der vom 10. bis 12. November in Berlin rund 100 Delegierte aller Mitgliedsgewerkschaften über die zukünftigen Leitlinien der DGB-Jugendarbeit diskutierten und entschieden. Die Gelbe Hand war durch den Vorsitzenden Giovanni Pollice und Redakteur Marco Jelic mit dem Stand auf der Konferenz vertreten. Zahlreiche junge Fördermitglieder konnten - mit tatkräftiger Unterstützung der jungen Gelbe-Hand-Mitglieder vor Ort - neu hinzugewonnen werden und unterstützen nun die antirassistische Arbeit des Kumpelvereins.

Denn neben den zentralen Themen Bildung, Ausbildung und Arbeit, standen der Einsatz gegen Rassismus und Rechtspopulismus und die Stärkung der Demokratie ebenfalls im Fokus der Konferenz. „Antirassismus ist ein gewerkschaftlicher Grundsatz. Wir werden den Kampf gegen Rassisten und Rechtspopulisten weiter führen, wir gehen gegen die AfD auf die Straße, wir argumentieren überall – im Betrieb wie in der Kneipe. Wir ducken uns nicht weg – nirgends!", unterstrich Manuela Conte, die DGB-Bundesjugendsekretärin, kämpferisch vor den Antragsberatungen zur gesellschaftspolitischen Positionierung, und betonte: „Wir, die DGB-Jugend, stehen für eine tolerante, weltoffene und solidarische Gesellschaft."

Auch bei der Eröffnung der Konferenz ging die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack auf das raue politische Klima ein und schärfte nochmals das Selbstverständnis der Gewerkschaften, solidarisch zusammenzustehen und sich nicht durch Hetze spalten zu lassen: „Denn nur, wenn wir solidarisch sind, wenn wir uns immer wieder klar machen, was uns im Innersten stark macht, die Einigkeit, sind wir in der Lage allen Angriffen Stand zu halten und unsere Themen, die uns wichtig sind, zu setzen."

Einigkeit bewiesen die jungen Delegierten auch bei den Anträgen. So beschlossen sie einstimmig in ihrem Leitantrag „Für eine solidarische Gesellschaft und starke Demokratie" den Kampf gegen Rechtspopulismus zu intensivieren, die Vernetzungen im Themenfeld Antirassismus auszubauen und Werte wie Offenheit, Demokratie und Mitbestimmung stärker in die Betriebe, Berufs- und Hochschulen zu tragen. Klare Haltung zeigte die Gewerkschaftsjugend in der Frage nach dem Umgang mit der AfD – es wird auf keiner Ebene, in keinem Gremium, eine Zusammenarbeit mit der AfD geben. Darüber hinaus forderte die DGB-Jugend sich weiterhin für ein Verbot nazistischer Parteien wie der NPD und „Der Dritte Weg" stark zu machen.

Im Bereich der Flüchtlingspolitik beschloss die DGB-Jugend, die Willkommenskultur strukturell zu verankern und u.a. Hürden am Arbeitsmarkt für Geflüchtete abzubauen. Im Rahmen der Konferenz trat der junge Rapper Kassem auf. Der 15-jährige Sohn libanesischer Einwanderer setzt sich in Schwerin in der Flüchtlingshilfe ein und hat mit Geflüchteten den Song „Du kannst froh sein" verfasst: „Mit diesem Song wollte ich den Menschen hier zeigen, was da draußen wirklich abgeht und dass es Menschen gibt, die es nicht so leicht haben." Ein emotionaler Moment der Konferenz, ebenso wie die Besuche der internationalen Gewerkschaftskolleginnen und –kollegen der Partnerorganisationen aus Israel, Brasilien und Österreich.

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann war sichtlich stolz auf seine DGB-Jugend, als er zum Abschluss am letzten Konferenztag, ein Grußwort überbrachte. Er erinnerte an das historische Schicksal der Gewerkschaften und mahnte: „Wehret den Anfängen! Die DGB-Jugend ist ein antifaschistischer Schutzwall. Wir stehen geschlossen gegen Rechtsradikalismus!" Hoffmann appellierte an die Jugend sich weiterhin in Bündnissen zu engagieren, „gegen jede Form von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus". Die Konferenz hat noch einmal eindrucksvoll gezeigt, dass die DGB-Jugend ein Bollwerk gegen Rechts und ein Motor für eine solidarische, weltoffene, sozial gerechte Gesellschaft ist.

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