Die Gelbe Hand am 1. Mai

Vorsitzender Giovanni Pollice als Hauptredner in Hildesheim

18.05.2015

Unter dem Motto des DGB „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir!“ gingen am Tag der Arbeit Tausende Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in ganz Deutschland auf die Straße, um für gute Löhne, faire Bedingungen und eine solidarische Arbeitswelt zu demonstrieren. Neben den arbeitsmarktpolitischen Kernthemen stand in diesem Jahr, vielleicht deutlicher, vehementer noch als an vergangenen Mai-Kundgebungen, der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus im Fokus des Arbeitertages. Dementsprechend war auch der Kumpelverein über das ganze Bundesgebiet verteilt aktiv.

Der Vorsitzende Giovanni Pollice war Hauptredner auf der Mai-Kundgebung des DGB in Hildesheim vor rund 1.000 Bürgerinnen und Bürgern. Auch er fand wie gewohnt deutliche Worte und warnte davor, Rechtspopulisten oder gar der extremen Rechten hinterher zu laufen: „Ob Pegida, AfD oder NPD – die bieten für rein gar nichts eine Lösung. Sie schüren nur Ängste!“ Ein jeder müsse, so Pollice, mit „Courage für diejenigen kämpfen, die vor Krieg, Vertreibung, Vergewaltigung und Not aus ihren Ländern fliehen, um hier Schutz zu suchen“. Denn Gewerkschaften stünden für Menschenrechte und Solidarität: „Wir wollen ein offenes, von Akzeptanz geprägtes und vielfältiges Deutschland.“ Für Giovanni Pollice war es auch ein persönliches Anliegen, auf dem Marktplatz in Hildesheim über diese Themen zu sprechen. Vor genau 70 Jahren wurde ein guter Bekannter der Familie aus seinem italienischen Heimatdorf als Zwangsarbeiter von Nationalsozialisten auf dem Platz erhängt. Gedenktafeln erinnern an das geschehene Unrecht. „So etwas darf nie wieder passieren!“, mahnte der Vorsitzende.

Nicht nur in Hildesheim, sondern u.a. auch in Hannover, Düsseldorf und Bonn war die Gelbe Hand als gewerkschaftliches Symbol gegen Rassismus präsent. Aktive und Fördermitglieder des Kumpelvereins waren mit Ständen und Infomaterialien vor Ort und traten so in den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Kolleginnen und Kollegen sowie den Vertreterinnen und Vertretern der Politik. Ein schönes Signal aus Paderborn: Hier war das Rednerpult in eine Fahne der Gelben Hand gehüllt. Gänzlich unschöne Signale hingegen kamen aus Weimar, wo Rechtsextreme die Kundgebung stürmten, randalierten, rechtsradikale Parolen skandierten und Leute angriffen. Allein dieser Vorfall zeigt, dass es weiterhin ein starkes Engagement aller demokratischen Kräfte benötigt, um der organisierten Rechten, aber auch dem alltäglichen Rassismus entschieden entgegenzutreten – für eine weltoffene, von Akzeptanz geprägte Gesellschaft.

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