„Dunkle Abschnitte dürfen sich nie wiederholen“

Azubis des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) besuchen NS-Dokumentationszentrum

23.04.2018

Traditionell findet jedes Jahr für die Auszubildenden des Instituts für Berufsbildung in den Osterferien ein Workshop statt. In diesem Jahr besuchten alle drei Ausbildungsjahrgänge sowie die Ausbildungsleitung gemeinsam das „EL-DE-Haus“, das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, und beschäftigten sich mit dem Thema „Rassismus und Diskriminierung“. Für den zuständigen Ausbilder Christian Scheidgen war es wichtig, dass sich die Azubis auch angesichts der momentanen politischen Entwicklungen mit diesen Themen auseinandersetzen: „Auch wenn Diskriminierung bei unseren Auszubildenden kein Thema ist, wird man durch einen solchen Workshop nochmal verstärkt sensibilisiert. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit Vorurteilen und Stereotypen, die es heutzutage immer noch in der Gesellschaft gibt. Man gewinnt einen anderen Blick darauf und kann diesen Vorurteilen so entgegenwirken.“

Das „EL-DE-Haus“ wurde in den 1930er Jahren vom Unternehmer Leopold Dahmen erbaut. Dann übernahm die Gestapo das Gebäude und es wurde als Gestapo-Gefängnis zwischen 1935 und 1945 zum Inbegriff nationalsozialistischer Schreckensherrschaft in Köln. Seit 1988 beherbergtes das NS-Dokumentationszentrum. Die jungen Auszubildenden besuchten zunächst den Keller mit den Häftlingszellen und erhielten einen bewegenden Einblick in die damaligen Haftbedingungen - Hunger und Folter waren an der Tagesordnung. Nach Verhören unter Folter schickte man viele Häftlinge in Arbeitsoder Konzentrationslager; ca. 400 Menschen wurden jedoch ohne Anklage im Hinterhof der Gestapodienstelle hingerichtet.

Nach dem historischen Teil folgte nachmittags gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Info- und Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus ein interaktiver Workshop, der sich mit Vorurteilen, Stereotype von Minderheiten und Ausgrenzungsmechanismen in der heutigen Zeit beschäftigte. Für Kevin Dos Santos, Kaufmännischer Auszubildender im dritten Lehrjahr, ist die Beschäftigung mit der Vergangenheit heute wichtiger denn je: „Die Aufklärung junger Menschen über dieses Thema ist unerlässlich, da wir dafür verantwortlich sind, dass sich die dunklen Abschnitte der Geschichte niemals wiederholen dürfen.“

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