Ein Raum gegen das Vergessen

Initiative 19. Februar Hanau eröffnet eine Anlaufstelle gegen Rassismus und für das Erinnern

Foto: Initiative 19. Februar, https://19feb-hanau.org

20.07.2020

Seit dem rassistischen Mordanschlag von Hanau sind über 4 Monate vergangen. Der Rechtsextremist Tobias R. ermordete an diesem Tag in einer Shisha-Bar und einem Kiosk neun junge Menschen, darunter auch einen jungen IG-BCE-Kollegen. Es ist kein Zufall, dass alle Opfer einen Migrationshintergrund hatten. Der 19. Februar ist ein Tag, der uns wieder verdeutlicht, dass Rassismus tödlich ist! Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov waren die Opfer dieses rechtsextremistisch motivierten Mordanschlags. Es waren Menschen, die mit uns zur Schule gingen, mit denen wir in den Betrieben dieselbe Schicht teilten oder denen wir auf der Straße begegneten. Es waren junge Menschen, die genauso wie ihre Altersgenossen mit Hoffnungen und Ängsten auf die Zukunft blickten. Leider wurden sie von einem menschenverachtenden Täter aus dem Leben gerissen!

Damit die Erinnerung an die Opfer dieser menschenverachtenden Tat aufrecht erhalten bleibt, hat sich die Gruppe „Initiative 19. Februar Hanau“ gebildet. Ziel der Initiatoren ist es, ein Gehör für die Belange der Angehörigen der Opfer und der Verletzten dieser Tat zu schaffen. Die Initiatoren*innen bekräftigen in ihrem Gründungstext, dass Hanau ihre Stadt, ihr Zuhause ist und sie für die Vielfalt in unserer Gesellschaft stehen. Insbesondere wollen sie die Angehörigen beim Kontakt zur Rechtsberatung oder psychologischem Beistand unterstützen. Auch soll finanzielle Unterstützung für Angehörige und Verletzte geleistet werden. Mit „Ein Raum gegen das Vergessen“ hat die Initiative 19. Februar eine Anlaufstelle gegen Rassismus und für das Erinnern geschaffen. Die Anlaufstelle „140 qm gegen das Vergessen“, soll dazu dienen, dass die Angehörigen über ihre Trauer reden können und die Opfer von Rassismus Solidarität erfahren.

Als Anlaufstelle für Beratung gegen Rassismus soll die Räumlichkeit am Heumarkt in Hanau als ein „Raum der Begegnung, der Erinnerung und des Vertrauens“ sein. Die Anlaufstelle soll auch eine Möglichkeit für Vernetzung in puncto Antirassismusarbeit bieten.

Für ihre Arbeit ist die Initiative 19. Februar auf Spendengelder angewiesen, damit u.?a. die Mietkosten für den „Raum gegen das Vergessen“ abgedeckt werden können. Hierzu läuft eine Spendenaktion. Falls ihr die Spendenkampagne für den „Raum gegen das Vergessen“ unterstützen wollt, könnt ihr eure Spende an die folgende IBAN Adresse mit der Angabe der folgenden Daten entrichten: 
Lückenlos e.V. 
IBAN: DE19430609674108589900 
BIC: GENODEM1GLS 
GLS Bank Bochum 
Verwendungszweck: „19Februar“

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