Für ein Europa der Menschenwürde

Starkes gewerkschaftliches Engagement zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus

18.04.2019

Dieses Jahr standen die Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 11. bis 24. März noch unter dem Eindruck des grausamen, rassistischen Terroraktes von Neuseeland, bei dem 50 Muslime getötet wurden. In über 1.700 Moscheegemeinden fanden daher Predigten und Gebete statt, die sich mit den Menschen in Neuseeland solidarisierten. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann betonte beim Besuch eines Freitagsgebetes die Verbundenheit mit Muslim*innen: „Wir brauchen viel mehr Orte der Begegnung, um Vorurteile abzubauen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und so für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sorgen.“

In vielen der mehr als 1.850 gemeldeten Veranstaltungen wurde in Beiträgen und Schweigeminuten der Menschen in Neuseeland gedacht. „Noch nie gab es bei den UN-Wochen gegen Rassismus so zahlreiche und vielfältige Veranstaltungen. Die Solidarität mit den Opfern des antimuslimischen Rassismus in Neuseeland war beeindruckend. In Synagogen, Kirchen und Moscheen wurde betont, dass Terror nicht mit Religion vereinbar ist. Bei Gewalt gegen Juden, Christen oder Muslime schließen sich die Glaubensgemeinschaften enger zusammen“, so Jürgen Micksch, Vorstand der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Rassistische und nationalistische Gruppierungen mobilisieren jedoch gegenwärtig für die Europawahlenam 26. Mai 2019. Unter dem Motto „Europa wählt Menschenwürde“ werden daher die Aktivitäten der Stiftung gegen Rassismus in diesem Jahr bis zu den Europawahlen fortgesetzt.

Auch unser Vorsitzender Giovanni Pollice, gleichzeitig Mitglied im Stiftungsrat der Stiftung gegen Rassismus, appellierte anlässlich des 21. März an Zivilcourage und klare Haltung im Kampf gegen Rassismus: „Jeder und jede einzelne kann einen Beitrag dazu leisten und im Alltag seine Stimme gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus erheben – denn oft merkt man erst dann, was man an Freiheit und Frieden hat, wenn sie in Gefahr sind. Die Europawahl ist auch vor diesem Hintergrund eine Richtungsentscheidung: Europa ist ein Garant für Frieden, Freiheit und Solidarität. Mein Appell: Geht wählen und bewegt viele Bürgerinnen und Bürger, es auch zu tun. Wir müssen den Populisten, Rassisten und Menschenfeinden Einhalt gebieten!“

Dass die DGB-Gewerkschaften sich aktiv gegen Rassismus engagieren, zeigten auch in diesem Jahr wieder die vielfältigen Aktivitäten vor Ort im Rahmen der Internationalen Wochen, von denen einige Schlaglichter hier aufgezeigt werden sollen: Die Kolleg*innen der IG Metall Dortmund beteiligten sich zum Beispiel gemeinsam mit der IG Metall Bochum-Herne an den Internationalen Wochen gegen Rassismus mit einer Luftballon-Aktion in der Innenstadt, um zu zeigen, dass Rassismus keinen Platz hat und die Argumente der Populist*innen nur aus heißer Luft sind – wie die Ballons. Rechtspopulismus entgegentreten, das haben sich die IG Metall-Vertrauensleute in Kiel zum Ziel gesetzt und gleich ein zweitägiges Seminar im Rahmen der Internationalen Wochen unter diesem Motto organisiert. Ebenfalls im hohen Norden in Kiel waren die Kolleg*innen von ver.di mit einem Info-Stand am 21. März im Einsatz und verteilten Material der Gelben Hand.

Auf der ver.di-Landesbezirkskonferenz NRW Mitte März setzten die 300 Delegierten mit einer großen Fotoaktion vor der Duisburger Mercatorhalle ein deutlichesZeichen dafür, dass Menschenrechte „#unteilbar“ sind. Die Gelbe Hand war mit einem Infostand dabei. Die Besucher*innen an unserem Stand konnten sich von einer Fotobox fotografieren lassen, das Bild wurde automatisch ergänzt um das #unteilbar-Logo und die Gelbe Hand!

Kolleg*innen der IG BCE waren ebenfalls im Rahmen der Internationalen Wochen aktiv. Die IG BCE Ortsgruppe in Hamburg Bergedorf beispielsweise organisierte wie jedes Jahr eine Info-Aktion in der Einkaufsmeile. In Alsdorf luden die Kolleg*innen des Arbeitskreises Migration und des Bezirksfrauenausschusses am 21. März zur interessanten Abendveranstaltung „Rechtspopulismus in Europa – Gefahr für die Demokratie?“ mit dem Europa-Abgeordneten Dennis Radtke. Auch im Hauptsitz in Hannover stand die zentrale Veranstaltung zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus im Zeichen der richtungsweisenden Europa-Wahl. Unter dem Motto „Europa wählt Menschenwürde – Demokratische Grundwerte verteidigen“ forderte IG BCE-Vorstandsmitglied Petra Reinbold-Knape angesichts des erstarkenden Rechtspopulismus „mehr Lust auf Europa“ und mehr Engagement für die großen Werte Europas: Frieden, Solidarität, Offenheit und Vielfalt.

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