Gute Arbeit - für alle Menschen!

Gewerkschaftstag der IG BAU in Berlin vom 09. – 13. Oktober

v.l. Robert Feiger, IG BAU-Vorsitzender und Mark Haarfeldt, Referent der Gelben Hand

25.10.2017

Unter dem Motto „Arbeit. Leben. Gerechtigkeit“ führte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ihren 22. Ordentlichen Gewerkschaftstag vom 9. bis zum 13. Oktober in Berlin durch. Der Vorsitzende der Gelben Hand, Giovanni Pollice, war als Ehrengast bei der Eröffnung, während der gesamten Woche war Gelbe Hand- Referent Mark Haarfeldt mit einem Stand vor Ort präsent. Dabei konnten mehrere neue Fördermitglieder gewonnen werden – dank auch der tollen Unterstützung des stellvertretenden Vorsitzenden der Gelben Hand, dem Regionalleiter Nordrhein der IG BAU, Holger Vermeer.

Mehr als 300 Delegierte aus ganz Deutschland legten die Schwerpunkte der IG BAU für die kommenden vier Jahre fest. Wichtigstes Thema dabei waren die Arbeits- und Lebensbedingungen in Deutschland. Und zwar für alle Menschen, wie der Vorsitzende der IG BAU, Robert Feiger, in seinem Grundsatzreferat ausdrücklich betonte: „Arbeit ist ein ganz wesentlicher Integrationsfaktor. Aber es braucht faire Rahmenbedingungen für Arbeit, die für alle gelten.“ Daher dürfe es keine Diskriminierung beim Mindestlohn für Geflüchtete geben: „Unabhängig von der Herkunft müssen für alle die gleichen Rechte gelten. Beschäftigte zweiter Klasse dulden wir nicht. Erstens, weil es ungerecht ist. Zweitens, weil es dem gesamten Lohngefüge schadet. Und drittens, weil es den Rechtspopulisten Zulauf bringt. Deshalb: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – auch für Geflüchtete.“

Der Rechtsruck in der Gesellschaft beschäftigte auch die IG BAU. In einem Antrag zur AfD beschlossen die Delegierten, dass diese Partei den Zielen und Aufgaben der Gewerkschaft konträr entgegenstehe. Als Begründung wurde hervorgehoben, dass die AfD eine völkisch-nationalistische, kulturrassistische und unsoziale Partei sei.

Mit der Verleihung des Georg Leber-Preises für Zivilcourage auf der Eröffnungsveranstaltung setzte die Gewerkschaft ein Zeichen gegen Ausgrenzung und für eine offene, bunte und soziale Demokratie. Der Preis ging in diesem Jahr an den katholischen Pfarrer Hans Meurer und an seinen evangelischen Kollegen Hans Mörtter. Ihr Ruf als soziales Gewissen und Streiter gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit reicht inzwischen weit über die Grenzen ihrer Gemeinden in Köln hinaus. Die Laudatio für die Preisträger hielt der Bundestagsabgeordnete der Partei DIE LINKE und Präsident der Europäischen Linken Dr. Gregor Gysi. Er lobte den konkreten, nahbaren Einsatz der beiden für den sozialen Zusammenhalt.

Ein Zusammenhalt, der fragiler zu werden scheint. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann mahnte in seinem Grußwort angesichts des Wahlerfolgs der AfD zu Sorge. Auch mancher Gewerkschafter hätte AfD gewählt, sagte er. Dies leite sich durchaus auch aus der sozialen Lebenslage ab. Deshalb forderte Hoffmann von der zukünftigen Bundesregierung mehr Sicherheit im Betrieb mit Tarifverträgen, eine starke Mitbestimmung und eine Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, die gute Arbeit fördert und sichert.

Die IG BAU setzte auf ihrem Gewerkschaftstag auch ein sichtbares Zeichen für mehr Geschlechtergerechtigkeit. Es wurde eine verbindliche Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent Frauen und mindestens 30 Prozent Männern im IG BAU-Bundesvorstand beschlossen. In der Folge wurde ein neuer Bundesvorstand mit sechs Mitgliedern gewählt. Alle bisherigen Bundesvorstandsmitglieder haben erneut kandidiert ebenso wie eine weitere Kollegin. Der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger wurde ebenso im Amt bestätigt wie seine beiden Stellvertreter Dietmar Schäfers und Harald Schaum,sowie Ulrike Laux und Carsten Burckhardt. Als weitere Frau neu in den Vorstand gewählt wurde Nicole Simons. Die IG BAU hat auf ihrem Gewerkschaftstag den Wert der Solidarität - gute Arbeit für alle - mit Leben gefüllt und ist den Spaltern und Hetzern in der Gesellschaft klar entgegengetreten.

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