International aktiv gegen Rassismus und Diskriminierung

Diskussionsrunde mit der Gelben Hand und Jugendlichen aus dem Kosovo in Düsseldorf

Delegation aus dem Kosovo im NRW-Landesbüro der FES. (Foto: FES NRW)

25.07.2018

Mitte Juli kam eine 15-köpfige Delegation aus dem Kosovo auf Einladung des Landesbüros NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Es handelte sich um zivilgesellschaftlich engagierte Jugendliche, die die Politische Akademie der FES in Prishtina durchlaufen hatten. Ziel ihres Aufenthalts war es, sich im Laufe der Woche einen Überblick über aktuelle politische Debatten in Deutschland zu schaffen, sich über die Arbeit verschiedener zivilgesellschatlicher Akteure zu informieren und Ideen zu sammeln, um die politische Teilhabe im Kosovo zu stärken.

Im Zuge dessen fand auch eine Diskussionsrunde mit unserer Geschäftsführerin Dr. Klaudia Tietze statt. Es entwickelte sich ein spannender und fruchtbarer zweistündiger Austausch über die Handlungsmöglichkeiten im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung in Deutschland und im Kosovo.Zunächst stellte Tietze die Aktivitäten des Kumpelvereins vor, um anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, wie betriebliche und gesellschatliche Antirassismus-Arbeit umgesetzt werden kann. Die junge Delegation war sehr an den Erfahrungswerten interessiert, denn Diskriminierung und Ausgrenzung von Minderheiten ist auch im Kosovo ein gesellschaftliches Problem.

Rund 2 Millionen Menschen leben im Kosovo, das seit dem Ende des Jugoslawien-Kriegs 1999 unter der Verwaltung der Vereinten Nationen steht, rechtlich jedoch als autonome Provinz weiter zu Serbien gehört. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung – rund 90 Prozent– gehört zur Volksgruppe der Kosovo-Albaner, etwa fünf Prozent sind Serben. Darüberhinaus leben im Kosovo Türken, Bosniaken, Goraner, aber auch die marginalisierten Gruppen der Roma, Ashkali oder der Balkan-Ägypter. Die Jugendlichen sahen hier in den vorherrschenden Vorurteilen und Ressentiments eine Ursache für die soziale Ausgrenzung dieser Gruppen, die stark von Armut betroffen sind. Dies wirke sich auch in der Arbeitswelt, zum Beispiel bei Bewerbungen, aus, wo oftmals die Hautfarbe ein Ausschlussmerkmal darstelle. Daher, so das Fazit der Delegation, sei es wichtig gewesen, sich mit der Gelben Hand über die politischen und rechtlichen Möglichkeiten zu informieren,wie man die Gesellschaft für diese Themen sensibilisieren und so Diskriminierung abbauen könne.

„Es war eine sehr informative Diskussion, vor allem der Einblick in die Problemlagen Kosovos. Wichtig war es, den Jugendlichen anhand der Arbeit des Kumpelvereins Beispiele und Instrumente im Kampf gegen Rassismus mit an die Hand zu geben“, betonte Klaudia Tietze, „in ganze Europa erleben wir ein Erstarken rechter, nationalistischer Kräfte, umso bedeutender ist der internationale Austausch mit engagierten, jungen Menschen!“

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