Jamel, Dresden, Chemnitz – Unterwegs für die Demokratie

Gewerkschaften setzen im August ein starkes Signal gegen Rechts

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann übergibt in Jamel gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (2.v.l.) und Ingo Schlüter (l.), stellvertr. Vorsitzender DGB Nord die „Demokratie-Aktie“ an Familie Lohmeyer. (Foto: DGB/Deppe)

30.09.2019

In Jamel, Dresden und Chemnitz haben der DGB und die Gewerkschaften gemeinsam mit vielen Menschen Ende August starke Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und für Demokratie gesetzt.

Seit 2007 organisiert das Ehepaar Lohmeyer im Dorf Jamel in Nordwestmecklenburg das „Jamel rockt den Förster“-Festival. Inzwischen kommen jedes Jahr eine ganze Reihe prominenter Bands und Künstler*innen. Auch in diesem Jahr waren die rund 1.200 Karten ausverkauft. Denn Jamel ist nicht irgendein Dorf: Jamel ist von Neonazis gezielt als „nationalsozialistisches Musterdorf“ besiedelt worden. Das Festival auf dem Grundstück der Lohmeyers, die selbst in Jamel leben, bedeutet in diesem Fall Gegenwehr gegen diese Vereinnahmung. Jahr für Jahr setzen die Lohmeyers mit ihrem Festival ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit.

In diesem Jahr fand „Jamel rockt den Förster“ am 23. und 24. August statt. Am letzten Tag seiner Sommertour besuchte auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig das Festival – und überreichte eine Demokratie-Aktie der Initiative „WIR. Erfolg braucht Vielfalt“ im Wert von 5.000 Euro an das Ehepaar Lohmeyer. „Jamel rockt den Förster“ ist mehr als Musik: Diverse Organisationen und Initiativen sind mit Ständen auf dem Festivalgelände präsent – und im Rahmenprogramm werden Workshops mit Themen aus der politischen Bildung angeboten. Mit dabei sind Jahr für Jahr viele Aktive aus der Gewerkschaftsjugend. Die IG Metall-Jugend Lübeck-Wismar beteiligte sich in diesem Jahr etwa mit dem Workshop „Aktiv im Betrieb für Demokratie und Vielfalt“: Der Workshop zeigte, wie man am besten reagiert, wenn man am Arbeitsplatz mit rechtsextremen Ansichten und Diskriminierung konfrontiert wird. Ebenfalls dieses Jahr in Jamel mit Infostand und Workshop-Angeboten vor Ort war die ver.di-Jugend Nord.

Eine weitere wichtige bundesweite Veranstaltung für eine solidarische Gesellschaft ohne Rassismus war am 24. August die die Großdemonstration des Bündnisses „Unteilbar“ in Dresden, die rund 40.000 Menschen besuchten. Es war die größte Demonstration in Dresden seit den Wendejahren: ein beeindruckendes Zeichen für eine offene und freie Gesellschaft – für Solidarität statt Ausgrenzung.

Mit zur Demonstration aufgerufen hatte der DGB-Bezirk Sachsen. Bezirksvorsitzender Markus Schlimbach bezeichnete die Demonstration als „wichtiges Signal aus Dresden“: „Unteilbar hat gezeigt, dass es lohnt für Solidarität und gegen Ausgrenzung zu kämpfen. Wir lassen uns nicht Angst machen, wir stehen gemeinsam für eine offene und solidarische Gesellschaft.“ Reiner Hoffmann, der DGB-Vorsitzende, sah in der Unteilbar-Demo ebenfalls, „ein starkes Zeichen für Demokratie, sozialen Zusammenhalt und Weltoffenheit“. Auch die DGB-Jugend war in Dresden „#unteilbar auf der Straße gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung“, wie sie auf Facebook eindrucksvoll verkündete.

Weiter mit der gewerkschaftlichen DemokratieTour im Sommer ging es dann einen Tag später in Chemnitz, wo die DGB-Region Südwestsachsen am 25. August zum „Sunday of Summer“ eingeladen hatte, eines Dankesfest für Arbeitnehmer*innen zu dem 7.500 Besucher*innen kamen. Auch DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell war in Chemnitz mit dabei. Neben einem Kulturprogramm mit Musik beteiligten sich auch 25 Betriebe und Unternehmen aus der Region mit Ständen an dem Fest in der Chemnitzer Innenstadt, wo ein Jahr zuvor rechtsextreme Ausschreitungen und Hetzjagden gegen Mi grant*innen das Stadtbild prägten.

Ralf Hron, Geschäftsführer der DGB-Region Südwestsachsen erklärte: „Wir wollen an einem schönen Sommertag mit den Chemnitzerinnen und Chemnitzern und ihren Gästen die Arbeit feiern. Es ging uns auch darum, mit Unterstützung der Staatsregierung, den Menschen in der Region einmal von Herzen ‚Danke‘ zu sagen.“ Der „Sunday of Summer“ habe Bilder einer „fröhlichen, lebenswerten und bunten Stadt“ gezeigt. Und er habe gezeigt, dass man die Menschen in Chemnitz nicht allein lassen werde „im Kampf gegen nationalistische und rechtsradikale Angriffe“.

Mehr Eindrücke, Infos und Bilder zu den Veranstaltungen findet ihr unter:https://www.dgb.de/themen/ ++co++9624a38e-c7f1-11e9-8d8b-52540088cada

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