Nie wieder Faschismus!

Gemeinsamer Workshop der DGB Jugend NRW und der Gelben Hand

Prof. Michael Schneider (Uni Bonn) bei seinem Vortrag zur gewerkschaftlichen Erinnerungskultur.

30.10.2019

In Zeiten, in denen rechtspopulistische Politiker eine „erinnerungspolitische Wende“ fordern oder das Holocaust-Denkmal als „Mahnmal der Schande“ bezeichnen, ging es am 12. Oktober im Düsseldorfer DGB-Haus darum, dieser „Schlussstrich-Mentalität“ entgegenzuwirken und die Erinnerungskultur zu stärken. Zum Tagesworkshop „Nie wieder Faschismus! Wie lässt sich heute erinnern?“,der von der DGB-Jugend NRW und der Gelben Hand veranstaltet wurde, kamen aktive und interessierte Gewerkschafter*innen aus der Region zusammen, um Handlungsmöglichkeiten auszuloten. Unsere Referentin Sandra Hoeboer betonte zu Beginn, dass dies ein Kernanliegendes Workshops sei: „Es ist wichtig, dass es eine Vernetzung in der Erinnerungsarbeit gibt. Dass wir das, was an Erinnerungsarbeit schon an vielen Stellen passiert, bündeln. Was gibt es schon und was kann man in Zukunft gemeinsam tun? “Der Workshop solle dahingehend einen Anstoß geben. Um das Thema in einen zeithistorischen Kontext einordnen zu können, referierte zunächst der Bonner Honorarprofessor Michael Schneider zu den verschiedenen Phasen gewerkschaftlicher Erinnerungsarbeit. Prof. Schneider plädierte „für eine aktive Erinnerungsarbeit als Voraussetzung einer lebendigen Erinnerungskultur der Gewerkschaften“. Dabei gehe es um Identifikation, aber auch um die Lehren aus der Geschichte für die heutige Handlungskompetenz.

Daran knüpfte Eric Schley, Bezirksjugendsekretär des DGB NRW, nahtlos an, in dem er über praktische Beispiele der Erinnerungsarbeit berichtete, wie zum Beispiel den Austausch des DGB NRW mit der Partnergewerkschaft in Israel oder die Gedenkstättenfahrten der DGB-Jugend nach Auschwitz. Dennoch stelle sich die Frage, so Schley, wie man das Engagement noch sichtbarer machen könne und wie man die einzelnen Aktivitäten zusammenführen könne. Themen, die in der folgenden Diskussion mit den Teilnehmer*innen angesprochen wurden, war u. a. die Herausforderung der Aufbereitung, wenn es irgendwann keine Zeitzeugen mehr gibt. Denn insgesamt brauche es mehr Gesichter und Emotionen in der Vermittlung. Der Aufbau einer internationalen Erinnerungsarbeit wurde ebenfalls als zielführend angesehen. Eric Schley berichtete, dass nun zwei Jugendbildungssekretäre im DGB NRW damit beschäftigt seien, dass Thema der gewerkschaftlichen Erinnerungskultur voranzubringen. Dies habe große Relevanz für die heutige politische Auseinandersetzung, bekräftigte Eric Schley: „Wenn wir etwas gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in der Gesellschaft tun wollen, dann müssen wir noch intensiver Erinnerungsarbeit leisten.“ Bei Interesse mit den Jugendbildungssekretär*innen diesbezüglich in den Austausch zukommen, bitte eine Mail an: gedenkendgb-jugend-nrwde

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