Solidarität. Grenzenlos - Gemeinsam gegen Hass, Gewalt und Rassismus!

Abendveranstaltung des Kumpelvereins am 24. März im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

26.03.2021

Die Abendveranstaltung begann mit mahnenden Worten des neuen Vorsitzenden der Gelben Hand, Dietmar Schäfers: „Rassismus tötet. Er begleitet uns im Alltag und sägt an der Wurzel unserer Werteordnung und unserer Demokratie.“ Mit dieser Veranstaltung, so Schäfers weiter, „machen wir gemeinsam deutlich, dass wir gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Ungleichheit tagtäglich entschieden eintreten.“ Die darauffolgende zweistündige Diskussion wurde von Daniela Milutin, ver.di-Pressesprecherin moderiert.

Den Anfang machte Ferda Ataman, die Vorsitzende der Neuen Deutschen Medienmacher*innen mit einem Impulsreferat. Im strukturellen Rassismus sah sie die größte gesellschaftliche Herausforderung, die dringend angegangen werden müsse. (Mehr in ihrem Gastbeitrag in dieser Ausgabe). Auch Hivzi Kalayci, Gewerkschaftssekretär bei der IG BAU hob die Beseitigung des strukturellen Rassismus als die wichtigste Aufgabe in der Wirtschaft hervor, der insbesondere bei der Beförderungspraxis sichtbar sei. Kalayci plädierte dafür, in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz eine Verbandsklage aufzunehmen und Strafen für diskriminierende Praktiken auf mindestens 20.000 Euro zu erhöhen, damit sie den Arbeitgeber zum Umdenken zwängen. Kalayci betonte auch, dass die Lage viel besser in Betrieben sei, die über eine funktionierende Mitbestimmung verfügten.

Heike Kleffner, Geschäftsführerin des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, wies auf die Handlungsfelder bei der Polizei hin und lobte den Beschluss der GdP zur Unvereinbarkeit mit der AfD. Sicherheitsbehörden, so Kleffner, seien nicht rassistischer, die überwiegende Mehrheit mache einen guten Job. Sie müssten jedoch besser unterstützt werden, gegen den strukturellen Rassismus und gegen die rechten Netzwerke in ihren Reihen vorzugehen, z.B. durch den Schutz der Whistleblower*innen. Sie forderte auch, Rechte der Opfer u.a. durch die Verbandsklage zu stärken, aber auch einen Anspruch der Betroffenen auf staatliche Unterstützung zu schaffen, damit sie das Erlebte besser verarbeiten könnten.

Parallel zum Podium fand im Chat ein reger Austausch über den strukturellen Rassismus sowie die Möglichkeiten der Gewerkschaften gegen Rechtsextreme in den eigenen Reihen vorzugehen. Sowohl die Podiumsgäste als auch die Teilnehmer*innen waren sich einig, dass Solidarität der richtige Weg zur Bekämpfung von Rassismus sei: Solidarität mit den Opfern sei zukunftsweisend im Kampf gegen Rassismus, sie sei der Motor der Veränderung und gehöre zur DNA der DGB-Gewerkschaften.

Die Veranstaltung sei ein Startschuss für den neuen Vorstand gewesen, sagte in seinem Schlusswort Romin Khan, der stellv. Vorsitzende des Vereins, und bedankte sich für die vielen Impulse für die Vereinsarbeit: Auf der einen Seite gehe es darum, klare Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung zu zeigen, auf der anderen Seite den Ursprung und den Kontext zu begreifen. Es gehe darum, vor Ort aktiv zu sein und das Große und Ganze zu verändern. Khan schloss die Veranstaltung mit der Einladung, im Kumpelverein mitzuwirken: „Steigt als Fördermitglieder in das große gewerkschaftliche Netzwerk ein.“

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