Sozial- und Betriebslotsen für Geflüchtete

EVG unterstützt aktiv das Bahn-Projekt „Integration Schiene“

SoziallotsInnen und TeilnehmerInnen der Chance plus-Klasse beim Kennenlerntag in Hamburg

21.02.2018

Im Jahr 2016 hatten sich 19 engagierte Partner aus der Eisenbahnbranche, verschiedene Unternehmen wie u.a. die Deutsche Bahn, aber auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, zum Projekt „Integration Schiene“ zusammengeschlossen. Das Ziel ist es, gemeinsam dazu beizutragen, dass die Menschen, die nach Deutschland kommen, gut in den Arbeitsmarkt und ihr soziales Umfeld integriert werden. Die Möglichkeiten der Eisenbahnbranche sind breit gefächert und reichen von konkreten Ausbildungs- oder Arbeitsplatzangeboten bis hin zu gemeinsamen Kultur- und Sportaktivitäten. Bei der Stiftung Bahn-Sozialwerk (BSW) wurde eigens eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die die Projektpartner bei der Integration von Geflüchteten begleitet und unterstützt.

Die EVG war eine der treibenden Kräfte bei der Konstituierung des Projekts „Integration Schiene“. „Wir wollen damit zum einen unserer gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht werden, zum anderen sehen wir in dem Projekt die Möglichkeit, dem Fachkräftemangel durch Integration von Flüchtlingen entgegenzuwirken“, erklärt Cigdem Kaya, die für Projektkoordination zuständige Gewerkschaftssekretärin der EVG.

Damit die berufliche Integration mit der sozialen Integration Hand in Hand geht, wurden 2017 ehrenamtlich Engagierte zu Soziallotsen ausgebildet. Denn Geflüchtete sind oftmals mit den Strukturen und Möglichkeiten in Deutschland überfordert und benötigen Unterstützung beim Ankommen im Alltag. Und die Erfahrung hat gezeigt: In Begleitung fällt es Menschen, die ein neues Leben in Deutschland beginnen leichter, Fuß zu fassen. Genau hier kommen die BSW-Soziallotsen ins Spiel. Sie helfen Geflüchteten bei der Orientierung in der neuen Gesellschaft. Und sie sind somit ein maßgeblicher Erfolgsfaktor bei der Integration Geflüchteter in das deutsche (Arbeits-)leben.

Das Soziallosten-Projekt startete 2017 in Hamburg. Zunächst wurde den angehenden BSW-Soziallotsen anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag vermittelt, auf welche konkreten Probleme Geflüchtete stoßen und in welcher Art und Weise sie unterstützt werden können. Im Austausch mit Ausbildern und Betreuern wurde deutlich, welche Art von Unterstützung besonders gebraucht wird. Vom „gemeinsamen Kochen“ und „Sightseeing in Hamburg“ über „Die Bedeutung der Worte erklären“ bis zur „Unterstützung bei Behördengängen“ evaluierten alle Teilnehmer im Anschluss individuelle Unterstützungsangebote. Aber auch das Thema interkulturelle Sensibilisierung stand bei der Ausbildung zum Soziallotsen im Zentrum. Denn interkulturelle Sensibilität – auf allen Seiten – hilft, Konflikten vorzubeugen und eine Grundlage zur Handlungsfähigkeit zu schaffen.

Im nächsten Schritt haben die BSW-Soziallotsen in Hamburg dann Geflüchtete, die bei der Bahn ein Qualifizierungsprogramm durchlaufen, an einem gemeinsamen Nachmittag im Sitz der Hamburger EVG kennengelernt. Ein reger Austausch zu den verschiedensten Themen wie Ausbildung, Heimat, Hobbies, Wetter oder Freizeitgestaltung entstand und der Sitzungsraum der EVG verlor schnell seinen formellen Charakter. „Unser Kennenlerntag war ein voller Erfolg, es gab viele gemeinsame Themen und Interessen, über die wir uns unterhalten konnten“, so Melanie Pallien, Gewerkschaftssekretärin bei der EVG Nord in Hamburg und angehende BSW-Soziallotsin.

In einem weiteren Schritt ist nun die Ausbildung von Betriebslosten für 2018 geplant. Diese sollen Geflüchtete direkt am Arbeitsplatz unterstützen und begleiten. „Als Ansprechpartner im Alltag wie im Betrieb bieten die Sozial- und Betriebslosten Orientierung und Hilfestellung – ihnen kommt dabei eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe zu“, unterstreicht Cigdem Kaya von der EVG.

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