„Unsere Alternative heißt Respekt und Solidarität“

Drei Fragen an: Anke Unger, DGB-Regionsgeschätsführerin Ostwestfalen-Lippe

Bild 2: Anke Unger, DGB Regionsgeschäftsführerin Ostwestfalen-Lippe

28.11.2018

Der DGB Ostwestfalen-Lippe hat kürzlich an seinem Gewerkschaftshaus, groß und für alle sichtbar, das Logo der Gelben Hand angebracht. DGB-Regionsgeschäftsführerin Anke Unger erklärt, warum es notwendig ist, Zeichen zu setzen und was sie gegen rechte Tendenzen in der Gesellschaft tun will.

1. Warum war es euch wichtig, das Banner anzubringen?
Die AfD als völkisch-nationalistische Partei setzt ihren politischen Erfolgskurs fort und gewinnt auch unter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Gewerkschaftsmitgliedern an Unterstützung – trotz eines unsozialen und gewerkschaftsfeindlichen Programms. Mit der Gelben Hand wollen wir in Detmold unsere gewerkschaftliche Haltung gegen Rassismus und Ausgrenzung in der Öffentlichkeit deutlich machen. Für uns ist es eine zentrale Aufgabe, Respekt und ein solidarisches Miteinander in der Arbeitswelt und Gesellschaft zu fördern. Das Motto „Mach‘ meinen Kumpel nicht an!“ bringt es am besten auf den Punkt. Uns geht es darum, Diskriminierung und Ausgrenzung entgegenzuwirken und rechte Bewegungen zurückzudrängen.

2. Was sind eure Aktivitäten gegen Rechts?
In Ostwestfalen Lippe engagieren wir uns in mehreren Bündnissen gegen Rechts und wirken federführend an der Planung von Veranstaltungen gegen neonazistische Aufmärsche und Kundgebungen der AfD mit. Der Schulterschluss mit lokalen Initiativen, Vereinen und Verbänden ist uns wichtig, um eine breite zivilgesellschaftliche Allianz gegen den erstarkenden Rechtsextremismus zu schmieden. Uns ist aber auch die Aufklärung über rechte Akteure und menschenfeindliche Ideologien wichtig, deshalb setzen wir verstärkt auf Bildungsarbeit – es ist entscheidend, sich mit rechten Ideologien intensiv auseinanderzusetzen und deutlich zu machen: unsere Alternative heißt Respekt und Solidarität.

3. Was ist in Zukunft geplant?
Die Gewerkschaften müssen sich dafür stark machen,dass die Verunsicherungen, Ängste und Sorgen der Menschen von der Politik ernst genommen werden. In einem Zukunftsdialog möchten wir beraten, wie wir eine soziale Modernisierung erfolgreich gestalten können. Wir müssen dafür sorgen, dass der Sozialstaat seine Versprechen an die Bürgerinnen und Bürger erfüllt, die Menschen durch gute Bildung und gute Arbeit gesellschaftlich integriert werden und der soziale Zusammenhalt erhalten bleibt. Gegen das Erstarken der politischen Rechten müssen wir die Präventionsarbeit durch politische Bildung an Berufsschulen und in den Betrieben ausbauen und völkisch-nationalistische Antworten auf die sozialen Fragen entschieden zurückweisen.

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