Kultur, Sprache, Arbeit: Deutschland in seiner Komplexität verstehen, ist das Ziel der Flüchtlingsinitiative „Work here!" bei BMW. Das neunwöchige Praxis-Programm qualifiziert Geflüchtete im Sinne einer sozialen und beruflichen Integration. Das Projekt startete mit 40 Flüchtlingen am Standort München und wurde 2016 auf weitere BMW Standorte ausgeweitet. In einem interkulturellen Trainingsprogramm werden Kompetenzen vermittelt, die den Geflüchteten eine Perspektive in Deutschland geben und den Einstieg in ihren neuen Alltag erleichtern sollen.
Während der dreiwöchigen Orientierungsphase und dem anschließenden, sechswöchigen Praxistraining werden die Teilnehmenden von BMW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern als Betreuer begleitet. Bis zu sechs Stunden täglich erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in Arbeitsabläufe unterschiedlicher Abteilungen wie Entwicklung, Vertrieb, Personalwesen, Finanzen, Produktion oder IT. Hinzu kommen ein täglicher Sprachkurs und ein eigens entwickeltes Training zur Vermittlung von interkulturellen und sozialen Schlüsselqualifikationen. Für Geflüchtete unter 25 Jahren wird darüber hinaus eine sechsmonatige Einstiegsqualifizierung für Fertigungsmechaniker angeboten. Acht syrische und afghanische Geflüchtete nehmen in München momentan am Qualifizierungsprogramm teil. Am Ende soll der Übergang in die berufliche Ausbildung und Beschäftigung ermöglicht werden.
Mit einer speziell gegründeten Task-Force, an der das Team vom Betriebsrat erheblich mitgewirkt hat, konnte das Programm schnell ins Leben gerufen werden. Manfred Schoch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der BMW AG erklärt: „Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Zusammenarbeit und Kollegialität zwischen unterschiedlichen Nationalitäten und Kulturen eine Selbstverständlichkeit. Wir sind Kolleginnen und Kollegen. Wir arbeiten und leben gemeinsam. In der gemeinsamen Arbeit steht der Mensch im Mittelpunkt. Daher ist der Arbeitsplatz die Integrationsmöglichkeit schlechthin", und betont dabei die Chancen der Migration: „Geflüchtet oder in Deutschland aufgewachsen , die Herkunft bestimmt natürlich die Persönlichkeit mit. In einer modernen Gesellschaft ist diese Vielfalt ein Vorteil. Betriebsräte und IG Metall leben diese Vielfalt und nutzen deren Chancen." Dass der Betriebsratsvorsitzende dieses Credo ernst nimmt, wurde bei der offiziellen Begrüßung der Geflüchteten deutlich. Schoch hat als Einziger der offiziellen Unternehmensvertreter seine Rede übersetzen lassen – ein Zeichen der Wertschätzung.