Im Rahmen des Programms „Leipzig liest“ anlässlich der Leipziger Buchmesse 2026 wurde am 20. März im Kappa-Haus das Buch „Muster der Propaganda“ vorgestellt. Der Ort ist historisch aufgeladen: Kurz vor Kriegsende wurde hier ein junger Mann von Nationalsozialisten ermordet – oft als eines der letzten Opfer des Zweiten Weltkriegs in Leipzig bezeichnet, weil er sich dem sinnlosen Weiterkämpfen widersetzte.
Der Filmhistoriker Rainer Rother zeigt in seinem gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung entstandenen Buch die zentrale Rolle des Films in der NS-Propaganda. Nach 1933 wurde die Filmindustrie gleichgeschaltet, jüdische und politisch missliebige Filmschaffende wurden ausgegrenzt und verfolgt.
Anhand ausgewählter Filme von 1933 bis 1938 analysiert Rother, wie Spiel- und Dokumentarfilme gezielt zur Verherrlichung des Regimes, zur Konstruktion einer „Volksgemeinschaft“ und zur Umdeutung von Geschichte eingesetzt wurden. Die Veranstaltung machte die Mechanismen filmischer Manipulation sichtbar – und zeigte ihre anhaltende Relevanz.
Das im März erschienene Buch ist für 7,50 Euro bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erhältlich.
Das Buch im bpb-Shop: www.bpb.de/shop/buecher/zeitbilder/575864/muster-der-propaganda/
