1. Preis

„nur weil ich anders bin“ – ein Projekt der Schüler (Sebastian Tammen, Andy Hülsing, Jannes Pollmann und Martin van Scharrel) der Berufsbildenden Schulen (BBS) I Leer

Spielfiguren, wie sie von Mensch-ärgere-dich-nicht bekannt sind, spielen die Hauptrolle in einem auf Powerpoint präsentierten Comic. Fünf gelbe Figuren, eine rote, eine blaue. Der Rote als Anführer der Gruppe, zu der die gelben gehören erklärt, dass er die Blauen hasst, weil sie anders sind. Der Blaue wird verprügelt. Allerdings bekommen die Gelben beim Weggehen ein schlechtes Gewissen, weil der Blaue verletzt ist und helfen ihm. Obwohl der Rote die Auseinandersetzung begonnen hatte, wird er von der neuen Gruppe nicht ausgegrenzt. Sie wollen nicht denselben Fehler machen wie der Rote zuvor.

Die Geschichte ist einfach, transportiert ihre Botschaft aber klar: Jeder, der anders ist, kann Opfer von Rassismus werden. Die Jury meint: „Dieser Beitrag ist für weitere Einsätze gut geeignet. Er ist pfiffig und gut gemacht.“

Entstanden ist die Idee im Religionsunterricht. Religionslehrerin Andrea Hellfaier hatte sich überlegt, dass die Jugendlichen sich einer Wettbewerbssituation aussetzen und sich mit anderen messen. Im Internet ist sie dann auf den Wettbewerb „Die Gelbe Hand“ gestoßen und fand, dass es dabei um ein wichtiges aktuelles Thema geht. Sie hat die Idee ihren Schülern (es sind vier junge Männer zwischen 18 und 20 Jahren) vorgestellt, und die waren begeistert.

Sie haben im Internet recherchiert und sich mit dem Thema Ausgrenzung - nicht nur bezogen auf die Herkunft - auseinandergesetzt. So entstand die Idee, eine Situation mit den Spielfiguren zu schildern. Es bleibt offen, inwiefern der Blaue anders ist. Die Dialoge haben sie auch selbst geschrieben.

Bei der Erarbeitung der Präsentation – so Andrea Hellfaier – ist schon klar geworden, dass die Schüler auch ihre eigene Lebenssituation beschreiben. Ausgrenzung ist ihnen nicht unbekannt. Auch deshalb wollten sie zu anderem Verhalten aufrufen – was gelungen ist.

Begründung der Jury

Der Beitrag schafft es mit einfachen Mitteln die Brutalität von Fremdenfeindlichkeit darzustellen. Sehr emphatisch und ohne Berührungsängste haben sich die Schüler der Berufsbildende Schulen in Leer mit einer schwierigen Situation befasst und diese selbständig umgesetzt. In gut ausgearbeiteten Dialogen zwischen "Opfer" und "Täter" wird die Situation von Ausgrenzung und Rassismus dargestellt. Die Botschaft ist klar und kommt an: nur weil man anders ist, kann man zum Opfer von Rassismus werden. Das Medium - bunte Spielsteine - ist einerseits vertraut, andererseits anonymisiert es die Mitspielenden, so dass keinerlei Assoziationen entstehen können. Keine Gruppe wird in diesem Beitrag pauschal zum Opfer und keine Pauschal zum Täter gemacht. Rassismus kann überall passieren und hängt nicht von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit ab, sondern steht im Zusammenhang mit der Überzeugungskraft Einzelner, die in der Lage sind eine gesamte Gruppe zu rassistischen Handlungen zu bewegen. Dieser Beitrag zeigt aber auch, dass Rassismus durch entschlossenes Gegenhandeln zu bekämpfen ist. Dabei geht es nicht darum, sich mit den einen zu solidarisieren und die anderen auszugrenzen, sondern alle in die Gruppe zu integrieren. Dieser Beitrag ist für weitere Einsätze gut geeignet. Er ist pfiffig und gut gemacht.

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