2. Preis

„Die Azubis der Rheinbahn AG gegen Rassismus“ – ein Projekt der Auszubildenden der Rheinbahn AG aus Düsseldorf

Das erste Lehrjahr der Rheinbahn AG in Düsseldorf - insgesamt 40 Auszubildende aus zehn Berufen - hat ein Projekt organisiert, das nicht nur ein Beitrag zu Wettbewerb „Die Gelbe Hand” ist, sondern ein Teil der Ausbildung. Oder anders herum formuliert: Die Teilnahme am Wettbewerb gehört seit einigen Jahren zum Ausbildungsplan für das erste Lehrjahr.

Für Ausbildungsleiter Volkmar Fornfeist ist eine Positionierung gegen Rassismus eine Selbstverständlichkeit. Die Rheinbahn sei schließlich multikulturell, sowohl was die Kundschaft angeht wie die Belegschaft.

Fragen wie Toleranz, gegenseitiger Respekt und Gleichbehandlung wurden gleich zu Beginn der sozialpädagogischen Tage im September 2011, die im Sauerland stattfanden, thematisiert. Wie wichtig das dem Unternehmen ist, zeigt die Tatsache, dass Personalchef Wolfgang Böhm die Aufgabe übernommen hatte. In diesem Zusammenhang wird auch die Arbeit des Kumpelvereins vorgestellt. Und damit die Azubis sich selbst aktiv mit den Fragen auseinandersetzen können, bekommen sie die Aufgabe, in Kleingruppen zu überlegen, was sie für den Wettbewerb „Die Gelbe Hand” erarbeiten können. Sie sollen – so Volkmar Fornfeist – ohne an Kosten oder sonst etwas zu denken, einfach der Phantasie freien Lauf lassen. Die dabei entstandenen Ideen werden vorgestellt und diskutiert. Dabei werden zwei oder drei Projektideen zusammengebunden, andere werden vielleicht fallengelassen. Den letzten Schliff gab es wieder zurück in Düsseldorf, wo den Azubis die Zeit eingeräumt wurde, die Projektidee auszuformulieren. Das Treffen organisieren müssen die Azubis selbst.

Und das ist für das Jahr 2012 dabei herausgekommen: Kern des Projekts ist ein Lauf gegen Rechts, der an einem Tag der offenen Tür im Herbst 2012 stattfinden wird. Für diesen Lauf wurden eigens T-Shirts entworfen, die jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält. In die Gestaltung der T-Shirts wurde auch die gelbe Hand einbezogen. Um auf den Lauf aufmerksam zu machen, wurde beschlossen eine Straßenbahn entsprechend zu gestalten und sie für einige Zeit durch die Stadt fahren zu lassen. Auch die Slogans, die die Bahn zieren werden, sind von den Azubis entwickelt worden, zum Beispiel: „Verspätung ist verzeihlich, Rassismus nicht“. Die Slogans werden mit dem Design-Banner der Rheinbahn verbunden. Die Entwicklung der Ideen war nur ein Teil des Projekts. Der zweite wartet noch, nämlich die Umsetzung der Ideen.

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Begründung der Jury

Das Projekt hat aufgrund des kreativen Engagements der jungen Auszubildenden überzeugt. Die Auszubildenden der Rheinbahn AG haben ein umfassendes Konzept erstellt, womit sie in den öffentlichen Raum gehen wollen, um viele Bürgerinnen und Bürger zu erreichen. Mit einem Mara-thon, T-Shirts, Slogans und der Gestaltung von Straßenbahnen soll ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gesetzt werden. Gerade in der Bahn erleben viele Menschen Diskriminierung und Ausgrenzung, deshalb ist die Konzeption ein wirksamer Beitrag und verdient eine Auszeichnung.

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