3. Preis

„Chancengleichheit im Bewerbungsverfahren. Spielt mein Aussehen, mein Migrationshintergrund oder meine Religion eine Rolle?“ - Ein Projekt der SchülerInnen des Paul-Spiegel-Berufskollegs in Dorsten

Die SchülerInnen des Paul-Spiegel-Berufskollegs aus Dorsten wollten herausfinden, wie stark die Vorurteile gegenüber BewerberInnen mit Migrationshintergrund im Bewerbungsverfahren sind und ob ein konservatives Denken bei den Unternehmen besteht.

Sie erstellten vier Bewerberprofile mit jeweils zwei BewerberInnen ohne Migrationshintergrund und zwei BewerberInnen mit Migrationshintergrund. Sie wurden ausgeglichen benotet und mit fast identischen Qualifikationen ausgestattet. Die SchülerInnen verfassten zwei Arten von Bewerbungen - zum einen offene Bewerbungen mit Fotos, Namen und Herkunft, zum anderen anonyme Bewerbungen. Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen gingen die SchülerInnen in Phase zwei über: die simulierten Bewerbungen. Hierzu besuchten sie 19 Dorstener Unternehmen. Sie befragten die Hälfte mit den anonymisierten und die andere Hälfte mit den offenen Bewerbungen. Danach diskutierten sie in der Klasse über die Erfahrungen und Berichte der SchülerInnen, die in den Unternehmen die Bewerbungssimulation durchführten. Zum Schluss werteten sie die Ergebnisse aus.

In der Diskussions- und Auswertungsrunde berichteten die SchülerInnen von interessanten Aussagen der UnternehmensvertreterInnen und SchülerInnen. Diese wurden in Form von Zitaten auf den von SchülerInnen erstellten Postkarten verwendet. Diese Postkarten wurden in Dorstener Geschäften, Schulen und Betrieben ausgelegt und am Paul-Spiegel-Berufskolleg ausgestellt.

Projektbericht als PDF

Begründung der Jury

Mit dem 3. Platz bewertete die Jury ein Projekt von Auszubildenden des Paul-Spiegel-Berufskollegs in Dorsten. Die Auszubildenden haben sich dabei mit der Frage auseinandergesetzt, inwieweit Vorurteile gegenüber BewerberInnen mit Migrationshintergrund Bewerbungsverfahren beeinflussen (können). Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury war nicht zuletzt der Umstand, dass dieses Thema bislang in der Öffentlichkeit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Den Jugendlichen ist es mit viel Kreativität und Fleiß gelungen, hier ein Zeichen gegen Diskriminierung in der Arbeitswelt zu setzen und gleichzeitig auf den Vorteil von anonymisierten Bewerbungsverfahren hinzuweisen. Mithilfe von simulierten Bewerbungsverfahren wurde bei SchülerInnen einerseits aber auch bei Unternehmen andererseits ein Bewusstsein für bestehende Ungleichbehandlungen geschaffen. Mit ihren selbst kreierten Postkarten haben sie zudem dafür gesorgt, dass die Diskussionen über dieses Thema in Schulen und Unternehmen weitergehen können. Auch dieses Projekt verdient höchste Anerkennung für die Umsetzung und das damit verbundene Engagement.

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