„Kein Platz für Rassismus!“, Auszubildende des 2. Lehrjahrs der Rheinbahn AG in Düsseldorf

Die Auszubildenden des 2. Lehrjahrs der Rheinbahn AG aus Düsseldorf verbanden in ihrem Projekt die Themen „Inklusion“ und „Antirassismus“. Während der sozialpädagogischen Tage in Winterberg entwickelten sie in mehreren Arbeitsgruppen Projektideen und stimmten darüber ab, welche davon umgesetzt wird. Gewonnen hat die Idee, Fahrkarten mit dem Symbol der gelben Hand zu bedrucken. Durch diese Kampagne sollte die Rheinbahn klare Stellung beziehen: „Kein Platz für Rassismus“.

Leider war die Idee wegen der Einheitlichkeit und den Standards von Fahrkarten öffentlicher Verkehrsbetrieben nicht umsetzbar. Davon ließen sich die Auszubildenden jedoch nicht entmutigen und suchten nach Möglichkeiten, ihr Projekt doch noch umzusetzen. So entstand die Idee die Fahrkarten-Schutzhülle mit dem Symbol der gelben Hand bedrucken zu lassen. „Viele AbonnentInnen der Rheinbahn bewahren ihre Tickets in Schutzhüllen auf. Und nicht nur deren Tickets finden ihren Platz in Schutzhüllen, sondern auch Versicherungskarten, Personalausweise und Bankkarten.“ Die Schutzhüllen sollten von der Lebenshilfe Wuppertal hergestellt werden. Um auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen, sollte zusätzlich das Logo der Lebenshilfe auf die Hüllen aufgedruckt werden. Der Umsetzung dieses Vorschlags stand nichts im Wege. 5000 Fahrkarten-Schutzhüllen wurden produziert und an den Knotenpunkten in Düsseldorf ausgelegt. Was lernte die Jugend? Das Durchhaltevermögen im Kampf gegen Rassismus lohnt sich.

Begründung der Jury

Die Beschäftigung mit der Arbeit des Kumpelvereins gehört alljährlich zum festen Programm einer gemeinsamen „Kennlernfahrt“ zu Beginn der Ausbildung bei der Düsseldorfer Rheinbahn. Der in diesem Jahr eingereichte Wettbewerbsbeitrag verfolgt das Ziel, die Öffentlichkeitsarbeit der „gelben Hand“ zu unterstützen und das entsprechende Symbol noch weiter zu verbreiten. Gleichzeitig, so die Vorstellung der Auszubildenden, würde das Unternehmen Rheinbahn damit klar Stellung beziehen und ein kreatives Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und für ein solidarisches Miteinander setzen.

Mehr als 200.000 AbonnentInnen sind Kunden der Rheinbahn und führen ein entsprechendes Ticket mit sich. Die Auszubildenden entwickelten die Idee, alle Fahrkarten mit dem Symbol der gelben Hand zu bedrucken. Mit dieser Vorstellung wurde das Gespräch mit betrieblichen Entscheidern gesucht. Aus formalen Gründen, wegen vorgeschriebener Standards von Fahrkarten in öffentlichen Verkehrsbetrieben, erhielt das Projekt eine Absage.

Die Jury beeindruckt in besonderer Weise, dass die Auszubildenden es nicht bei ihrem Scheitern beließen. In ihrem Wettbewerbsbeitrag schreiben sie selbst: „Unsere Idee wurde zwar vorläufig gestoppt, unser Eifer jedoch lange nicht“. Ein Plan B wurde entwickelt: die Gestaltung einer Fahrkarten-Schutzhülle, in der auch andere Karten verwahrt werden können.

Die Schutzhülle ist unter der Überschrift „Kein Platz für Rassismus!!“ bedruckt mit dem Symbol der gelben Hand und den Logos der Rheinbahn AG und der Lebenshilfe Wuppertal. Bei letztgenannter, einem Verein, der durch vielfältige Maßnahmen Menschen mit Behinderung unterstützt, werden die Schutzhüllen produziert. Dass somit durch die Aktion auch noch ein sozialer Verein nicht nur finanziell gefördert wird, macht den Wettbewerbsbeitrag zu einem würdigen Gewinner des ersten Preises.

Die Jury wünscht den Auszubildenden, dass noch mehr als die derzeit geplanten 5000 Fahrkarten-Schutzhüllen produziert und an die Kundinnen und Kunden der Rheinbahn verteilt werden können.

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