Sonderpreis Mecklenburg-Vorpommern

„Ini-Sportangebot in einer Gemeinschaftsunterkunft“, Maik Hinzmann, Heiko Schernau, Lioba Pfeifer, Robert Dassow,Thomas Krieger, Janek Tzschentke u.v.m.

In der Gesamtunterkunft Bonhoeffer Straße in Rostock-Reuthershagen leben rund 170 Menschen mit Fluchtgeschichte, vornehmlich Familien. Sie sind in sterilen Unterrichtsräumen untergebracht, welche kaum Privatsphäre ermöglichen. Die Gesamtsituation der Unterbringung war belastend und isolierend. Trotz professioneller Betreuung in der Unterkunft fehlte es den Kindern und Jugendlichen an regelmäßigen Freizeitangeboten. Die Initiierung des Sportangebots durch Maik Hinzmann und seine Freunde setzte hier an: Kinder-und Jugendliche aus der Unterkunft, genauso einheimische Jugendliche aus der Hansestadt Rostock, waren eingeladen beim Fußballtraining sportlich aktiv zu werden.

Ziel war es, durch gemeinschaftliche Aktivitäten Integrations-und Inklusionsprozesse zu fördern und die Lebenssituation in der Aufnahmeeinrichtung so zu verbessern. Das regelmäßig stattfindende offene Sportangebot wurde von Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 15 Jahren genutzt. Durchschnittlich nahmen rund 10 Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Sporttraining teil. Die Initiatoren leiteten das Training, wobei sie dabei mit verschiedenen lokalen Akteuren kooperierten, u.a. mit dem Betreiber der Unterkunft, Ökohaus e.V., und dem Internationaler Fußballclub Rostock von 1899 e.V., der die die Ausstattung stiftete. Diese stellten nicht nur strukturelle und materielle Ressourcen zu Verfügung, sondern standen den Organisatoren des Sportangebots auch mit viel Know-How und ehrenamtlichen Engagement zur Seite.

Begründung der Jury

Die GewinnerInnen des diesjährigen Sonderpreises MV initiierten in 2017 integrative Sportangebote in der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Bonhoeffer Straße/ Rostock. Die ehrenamtliche Initiative kooperierte dabei eng mit dem Internationalen Fußballclub von 1899 Rostock als Ausstatter, sowie dem Ökohaus e.V. als Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft. Die Initiative setzte sich im Rahmen des Projektes das Ziel, die Situation und Lebensverhältnisse von Kindern, Jugendlichen und deren Familien gemeinsam mit ihnen in der Gemeinschaftsunterkunft zu verbessern und durch gemeinschaftliche Aktivitäten Inklusions- und Integrationsprozesse zu fördern.

Insbesondere die jungen Menschen konnten durch Sport und Bewegung innerhalb des Projektes persönlichkeitsbildende Aspekte wie Team- und Kommunikationsfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Fairness erlernen und so spielend soziale Kompetenzen entwickeln. Mit einer regelmäßigen Angebotsstruktur und großem ehrenamtlichen Engagement gelang es den InitiatorInnen nicht nur den belastenden, wie isolierenden Alltag der Kinder und Jugendlichen in der Gemeinschaftsunterkunft aufzubrechen sondern den BewohnerInnen darüber hinaus eine respektvolle, unvoreingenommene und interessierte Haltung zu präsentieren. Während das Leben in der Gemeinschaftsunterkunft durch die anhaltende Isolierung von der gesellschaftlichen Teilnahme auch zu Diskriminierung führt, überzeugten die InitiatorInnen mit ihrem antirassistischen Projekt genau in diesem Spannungsfeld und leisteten einen herausragenden Beitrag im Kontext gelebter, teilhabeorientierter Willkommenskultur.

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