Sonderpreis Sachsen

„Gemeinsame Geschichte und gemeinsame Zukunft in Europa“, TeilnehmerInnen aus dem Beruflichen Schulzentrum Wurzen

Die SchülerInnen des Beruflichen Schulzentrum Wurzen erlebten in ihrem Projekt internationalen Austausch mit SchülerInnen aus Litauen und Norwegen zu den Themen Zwangsarbeit im Agrarbereich in Deutschland, dem Holocaust in Litauen und dem Raub der Kinder aus Norwegen im Nationalsozialismus. Dazu besuchten sie die Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig, ehemalige Lebensbornheime in Norwegen sowie Synagogen, Friedhöfe und Gedenkstätten für den Holocaust in Litauen, nahmen an Vorträgen teil, erhielten Informationen durch Zeitzeugen und werteten ihre Erfahrungen gemeinsam aus. In einem weiteren Part in Wurzen lernten die SchülerInnen junge geflüchtete Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund kennen um sich mit deren persönlichen Situationen auseinanderzusetzen und ihre Integrationsmöglichkeiten im Agrarbereich zu erkunden. Während des gesamten Projekts sind Bilder entstanden, welche die SchülerInnen zu einem Wandkalender verarbeiteten. Die Bilder wurden um weitere historische Bilder aus der Zeit des Nationalsozialismus ergänzt, z. B. von ZwangsarbeiterInnen auf dem Feld.

Begründung der Jury

Seit vielen Jahren setzen sich unter dem Motto „Gemeinsame Geschichte und gemeinsame Zukunft in Europa“ pro Jahrgang immer wieder Auszubildende am Beruflichen Schulzentrum Wurzen im Schülerbegegnungsprojekt mit der Vergangenheit, Gegenwart und künftigen Entwicklung der Gesellschaft auseinander und reflektieren ihre Rolle und Verantwortung dabei. Im Fokus stehen menschenfeindliche Gefahren und das aktive Gestalten eines guten Miteinanders. Die Vorbereitungen und das Engagement vor Ort, die Reisen nach Polen und die Zusammenarbeit mit Litauen und Norwegen sind mit einem besonderen zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden, der die Bereitschaft sich zu beteiligen und einzubringen unterstreicht. Der Umfang der jährlichen Projekte und ihre andauernde Fortsetzung zeigen eine besonders nachhaltige Wirkung, sowohl bei den Jugendlichen als auch bei der Wirkung in ihr gesellschaftliches Umfeld, die durch die Vernetzung mit Akteuren und Partner im Ort und der Region noch gesteigert wird. Die Schülerinnen und Schüler begeben sich so in einen sozialen Kontext, der sie beispielsweise für ein späteres Engagement in Vereinen, Verbänden aber auch Organisationen wie Gewerkschaften sensibilisieren kann, denn das sind die Räume in denen Miteinander und Zusammenhalt gestärkt werden. Neben den Schülerinnen und Schülern sind auch die Lehrerinnen und Lehrer und alle so dauerhaft engagierten Erwachsenen preiswürdig, die zusätzlich zu den beruflichen Pflichten und Herausforderungen immer wieder dieses wichtige Thema anpacken und mit den Schülerinnen und Schülern gewinnbringend umsetzen. Das ist vorbildlich und für eine gute gesellschaftliche Entwicklung ganz wichtig.

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