ERA - interkulturelle Belegschaften
Projekt

Erscheinungsjahr: 2005
m Rahmen eines halbjährigen Projekts setzte sich die IG Metall mit der Einführung des neuen Entgeltrahmentarifvertrags (ERA) in interkulturellen Belegschaften auseinander. ERA steht für neue Entgeltrahmentarifverträge und -abkommen in der Metall- und Elektroindustrie, die eine gerechtere und transparentere Bezahlung für alle Beschäftigten gewährleisten sollen.
Hintergrund des Projekts ist die Beobachtung, dass Beschäftigte mit Migrationshintergrund häufig unterhalb ihrer tatsächlichen Qualifikation eingesetzt werden. So kommt es beispielsweise vor, dass Fachkräfte mit im Ausland erworbenen Hochschulabschlüssen in geringer qualifizierten Positionen arbeiten, obwohl ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Arbeitsalltag genutzt werden. Ziel von ERA ist es, alle tatsächlich geforderten Kenntnisse und Fertigkeiten bei der Eingruppierung zu berücksichtigen – unabhängig vom Herkunftsland oder der Art des Bildungswegs.
In einem großen Gießereiunternehmen mit einem hohen Anteil türkischer und russlanddeutscher Beschäftigter wurde erprobt, wie sich die ERA-Arbeitsschritte in einer kulturell vielfältigen Belegschaft optimal umsetzen lassen. Dabei wurde unter anderem ein Fragebogen entwickelt, der auch Sprachkenntnisse, Qualifikationen und Berufserfahrungen außerhalb des deutschen Ausbildungssystems erfasst.
Das Projekt zeigte, dass ein systematisches Vorgehen und die frühzeitige Einbindung aller Belegschaftsgruppen entscheidend sind. Wenn Beschäftigte umfassend informiert sind und sich darauf verlassen können, dass ihre Interessen vertreten werden, steigt die Akzeptanz und Wirksamkeit von ERA – zum Vorteil aller Beteiligten.