„3 Bewerber – gleiche Chance?!"

Film

„3 Bewerber – gleiche Chance?!"
Projekt
Projektträger:in: Eduard-Spranger-Berufskolleg
Erscheinungsjahr: 2012

Wie wirken Vorurteile? Wie schlagen sie sich in Diskriminierung oder Benachteiligung nieder? Solchen Fragen sollte in einer Unterrichtseinheit im Politikunterricht nachgegangen werden. Die Azubis – so Lehrerin Elena Albert – wollten das Thema nicht trocken theoretisch diskutieren, sondern irgendwie mit ihrer Lebenswirklichkeit verbinden.

Klar war: Wir machen einen Kurzfilm. Es wurden Ideen gesammelt, aus denen ein Drehbuch entstand. Die Geschichte: Drei junge Leute bewerben sich um einen Ausbildungsplatz als Kfz-Mechatroniker, ein deutscher Mann, eine deutsche Frau, ein Mann mit türkischem Hintergrund. Sie arbeiten zur Probe, und der Chef sieht sich das an. Am Ende fällt die Entscheidung: die junge Frau wird nicht genommen, sie gehöre eigentlich an den Herd. Der junge Mann mit türkischen Wurzeln fällt auch durch, er könne sowieso kein Deutsch, was natürlich nicht stimmte. Den Ausbildungsvertrag bekommt der junge Deutsche.

Die einfache Geschichte wirkt vor allem durch die vielen Details in der Ausstattung und der Darstellung. Erarbeitet wurde alles von den Azubis. Sie haben die Werkstatt in der Schule als Kulisse eingerichtet, alles selbst gefilmt und geschnitten sowie die Musik ausgesucht und unterlegt. Bei der Darstellung zeigt der Chef des Autocenters mit durchaus schauspielerischer Begabung in vielen kleinen Szenen wie subtil Ausgrenzung funktionieren kann.

Insgesamt wirkt der Beitrag seht authentisch. Die jungen Leute kennen alltägliche Ausgrenzung.

Für Elena Albert ist das Projekt auch ein pädagogischer Erfolg. Alle haben mitgemacht, sich einbringen können. Sie haben nicht nur Toleranz gelernt, sondern auch Talente zeigen können, von denen ihre Mit-Azubis vorher kaum wussten.

 

Der Film wurde für den Wettbewerb „Die Gelbe Hand“ 2012/2013 erarbeitet und gewann den Sonderpreis DGB Jugend NRW.