Hand drauf! Respekt und Vielfalt in OWL
Eine Kampagne der DGB-Jugend OWL

Unter dem Motto „Hand drauf! Respekt und Vielfalt in OWL“ entwickelte und realisierte die DGB-Jugend OWL im Jahr 2012 eine eigene Kampagne. Auslöser war der Nazi-Aufmarsch am 24. Dezember 2011 in Bielefeld, bei dem zahlreiche junge Gewerkschaftsmitglieder zum ersten Mal gegen Rechtsextremismus auf die Straße gingen – und das nicht allein: Insgesamt beteiligten sich 6.500 Gegendemonstrant*innen.
In der Rückschau zum Jahresbeginn 2012 entstand die Idee, nicht nur gegen etwas zu demonstrieren, sondern aktiv und sichtbar für Vielfalt, Toleranz und Respekt einzutreten – unabhängig von konkreten Anlässen wie Demonstrationen oder Infoständen. In mehreren Treffen entwickelten Jugendliche aus verschiedenen Gewerkschaften ein eigenes Logo sowie ein Flugblatt, das nicht nur zum 1. Mai, sondern auch für weitere Aktionen genutzt wurde.
Ablauf und Aktionen der Kampagne
Zu Beginn entwarfen die Jugendlichen gemeinsam den Slogan und das Logo, das später auf T-Shirts, Flugblättern und großen Holzwänden zum Einsatz kam – unter anderem bei einer Innenstadtaktion. Beim Arbeitnehmer*innen-Empfang der Stadt Bielefeld überreichten sie dem Oberbürgermeister ein T-Shirt mit dem Kampagnenlogo und hielten einen kurzen Redebeitrag. Unterstützt wurden sie dabei auch von Erwachsenen aus der Gewerkschaftsbewegung, wie der DGB-Regionsvorsitzenden Astrid Bartols und der IG Metall-Bevollmächtigten Ute Herkströter. Die auffälligen T-Shirts sorgten bei vielen Gelegenheiten für Aufmerksamkeit.
Das Logo der Kampagne ist eine Weiterentwicklung der bekannten gelben Hand des Vereins „Mach' meinen Kumpel nicht an!“. Für die große Innenstadtaktion am 30. April gestalteten rund 30 Jugendliche einen LKW um und befestigten daran die beschrifteten Holzwände. Diese luden Passant*innen ein, mit einem farbigen Handabdruck ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen. Insgesamt kamen dabei 800 Handabdrücke zusammen. Am Infostand wurde angeregt über Themen wie Rassismus, Toleranz und Vielfalt diskutiert. Zusätzlich wurde eine kleine Spende für den Verein „Mach meinen Kumpel nicht an!“ gesammelt. Für Kinder gab es Luftballons mit dem Kampagnenlogo, die auch am 1. Mai verteilt wurden.
Kreative Aktionen rund um den 1. Mai
In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai führten die Jugendlichen eine kreative Kreide-Spray-Aktion durch: Entlang der Demonstrationsstrecke wurden grüne Hände für die OWL-Kampagne und gelbe Hände für den Verein „Mach' meinen Kumpel nicht an!“ gesprüht. Am Tag der Demonstration war die DGB-Jugend OWL mit Bannern, T-Shirts und Luftballons präsent und trat auch auf der Bühne im Ravensberger Park auf. Symbolisch wurde das Wort „Hand“ in allen in Bielefeld vertretenen Sprachen vorgelesen.
Auch in den folgenden Wochen wurde das Kampagnenmaterial weiter genutzt: So kamen die Holzwände und T-Shirts bei Protesten gegen Besuche von ProNRW und der NPD zum Einsatz. Die Wände standen zum Beispiel vor der Vatan-Moschee und bei einer NPD-Aktion in der Innenstadt im Juli.
Zum Antikriegstag besuchte eine Delegation der DGB-Jugend OWL zudem das Zeltlager in Stukenbrock sowie die Gedenkveranstaltung, bei der in diesem Jahr DGB-Vorsitzender Michael Sommer sprach.
Nachhaltige Wirkung und Sichtbarkeit
Das Kampagnenlogo hat inzwischen einen hohen Wiedererkennungswert in der Region OWL. Einige der gestalteten Holzwände fanden einen festen Platz: Eine wird 2013 als Kunstwerk im Büro der DGB-Jugend angebracht, zwei weitere wurden dem Carl-Severing-Berufskolleg für Metall- und Elektrotechnik als Ausstellungsstücke übergeben. Dort fand eine kleine Eröffnungsfeier mit dem Schulleiter und der Schülersprecherin statt.