Osnabrücker berufsbildende Schulen gegen RECHTS!
Eine kreative Initiative für Toleranz und Vielfalt

Im Rahmen der Initiative „Osnabrücker berufsbildende Schulen gegen RECHTS!“ setzten sich insgesamt neun Klassen – darunter viele Auszubildende – aus vier berufsbildenden Schulen in Osnabrück intensiv mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander. Als zentrales Ergebnis dieser Auseinandersetzung gestalteten und präsentierten die Schüler*innen Plakate gegen Rechtsextremismus und für Toleranz.
Die Plakate wurden zwischen September und November 2012 entwickelt, gedruckt und zunächst an den eigenen Schulen ausgestellt. Darüber hinaus fanden sie ihren Weg in die Öffentlichkeit: Sie wurden in Bussen der Stadtwerke Osnabrück, bei einem Heimspiel des VfL Osnabrück sowie in verschiedenen Geschäften der Innenstadt präsentiert.
Beteiligt an der Initiative waren die BBS am Pottgraben, die BBS am Schölerberg, das Berufsschulzentrum Westerberg und die BBS Brinkstraße.
Ziele und pädagogisches Konzept
Ziel der Initiative war es, die Schüler*innen für rechtsextremes Gedankengut zu sensibilisieren und ihnen Raum für eine kreative, reflektierte Auseinandersetzung mit dem Thema zu geben. Die Ergebnisse dieser Beschäftigung sollten nicht nur im schulischen Rahmen sichtbar sein, sondern auch ein klares öffentliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Hass setzen.
Bereits im Juni 2012 schlossen sich Lehrkräfte der beteiligten Schulen zu einer Steuergruppe zusammen, um das Projekt zu koordinieren. Der pädagogische Prozess gliederte sich anschließend in drei Phasen:
Phase 1: Thematische Auseinandersetzung
Zu Beginn stand die inhaltliche Beschäftigung mit der Ideologie des Rechtsextremismus im Mittelpunkt. Themen wie Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus wurden behandelt – ebenso wie Ausdrucksformen, Organisationsstrukturen, Parolen und Strategien rechtsextremer Gruppen.
Die Schüler*innen analysierten dabei insbesondere die Widersprüche zwischen rechtsextremen Ideologien und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Zudem hatten sie Gelegenheit, eigene Erfahrungen mit Rechtsextremismus in Familie, Freundeskreis oder am Arbeitsplatz zu reflektieren.
Phase 2: Kreative Umsetzung
In der zweiten Phase setzten sich die Schüler*innen gestalterisch mit dem Thema auseinander. In Kleingruppen entwickelten sie Plakatideen, die sie im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitsprozesses umsetzten. Dabei wurden die zuvor erworbenen Erkenntnisse in kreative, visuelle Botschaften übersetzt.
Insgesamt entstanden rund 40 Plakate. Neben dem Hauptprodukt „Plakat“ ergaben sich aus dem Gruppenprozess weitere Aktionen:
- Umfragen zur Wahrnehmung von Rechtsextremismus an Schulen und in der Innenstadt
- Gestaltung eigener Sticker
- Einrichtung eines Informationsstands in der Stadtmitte
- Entwicklung von Argumentationshilfen gegen rechtsextreme ParolenIm Mittelpunkt der Plakate standen der Schutz von und der Respekt vor Minderheiten wie Jüdinnen, Musliminnen, People of Color, Asylsuchenden und anderen. Aufrufe zum persönlichen Engagement gegen Gewalt und zur bewussten Abgrenzung von rechtsradikalem Gedankengut bildeten weitere Schwerpunkte.
Das Projekt förderte das Gemeinschaftsgefühl der Teilnehmenden und stärkte die Identifikation mit den Werten des Grundgesetzes: Menschenwürde, freie Persönlichkeitsentfaltung und Demokratie.
Phase 3: Öffentliche Präsentation
In der dritten Phase wurden die Plakate in verschiedenen Formaten (DIN A1 und DIN A3) vervielfältigt und sowohl an den beteiligten Schulen als auch an öffentlichen Orten präsentiert. So erhielten auch Schülerinnen, die nicht direkt an der Gestaltung beteiligt waren, Zugang zu den Arbeiten. Die Ausstellungen wurden von zahlreichen Kolleginnen genutzt, um das Thema weiter im Unterricht zu behandeln.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten die Plakate durch ihre Präsentation:
- in Bussen der Stadtwerke Osnabrück
- bei einem Fußballspiel des VfL Osnabrück in der Osnatel-Arena
- in Geschäften der Osnabrücker Innenstadt – organisiert von Schüler*innen und ihren Ausbildungsbetrieben
Die Initiative wurde unterstützt vom Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück.
Ausblick
Für das Jahr 2013 ist geplant, die Ausstellung auch an Haupt- und Realschulen (bzw. Oberschulen) in der Stadt und im Landkreis Osnabrück zu zeigen. Zudem befindet sich eine Website in Arbeit, auf der die Plakate dauerhaft veröffentlicht und das Engagement der Schüler*innen dokumentiert werden sollen.